​Dass es zwischendurch mal wieder heiß und rauchig werden würde, damit hatte HSV-Trainer ​Dieter Hecking schon vor dem Spiel gerechnet. Es geht - natürlich - um das leidige Thema Pyrotechnik im Stadion. Beim Hamburger Derby blieb es zwar insgesamt ruhiger als befürchtet, dennoch sorgten wieder einmal ein paar Durchgeknallte für einen zweifelhaften Feuerzauber - und dafür, dass das Spiel in den Schlussminuten kurzzeitig unterbrochen werden musste. 


Hamburg-Derby: Ruhiger als befürchtet, aber...


Am Ende, als schließlich aus dem frustgefüllten HSV-Block die ersten Bengalos in den von Pauli-Keeper gehüteten Strafraum flogen, pfiff Schiri Sven Jablonski, mit viel gutem Kriterium und noch mehr Fingerspitzengefühl, das Spiel vorzeitig ab. An einem Spielabbruch ist das Hamburg-Derby damit noch mal um Haaresbreite vorbeigeschrammt. Zwar war es diesmal nicht mit den Zuständen vom März zu vergleichen - aber ganz ruhig blieb es eben auch nicht. Vor allem unmittelbar vor Wiederanpfiff fackelten beide Fan-Gruppen was das Zeug hielt. 


Hecking: "Wohl nicht zu verhindern in deutschen Stadien"


"Ich verurteile dieses Vorgehen, aber zumindest war der Zeitpunkt einigermaßen clever gewählt", kommentierte Hecking das Fan-Verhalten im Hamburger Abendblatt. "Ich habe das erwartet. Es ist etwas, was wir wohl nicht verhindern können in deutschen Stadien. Auch wenn es wieder viel Geld kostet." So wird´s sein. Wenn das Zündeln im März dem Verein am Ende eine saftige Rechnung vom DFB in Höhe von 150.000 Euro einbrachte, kann man hier ebenfalls von einer empfindlichen Strafe ausgehen. 


HSV erwartet hohe fünfstellige Strafe vom DFB


Vom Feuervolumen her blieb es am Montagabend vielleicht bei 50 bis 75 Prozent dessen, was im Frühjahr verbrannt wurde. Ergo: zwischen 75.000 und 100.000 Euro dürfte das Kokeln vom Montagabend dem Verband einbringen. Vereinsintern geht man beim HSV, laut Abendblatt, ebenfalls von "einem hohen fünfstelligen Betrag aus". 


Wenigstens blieb es ansonsten weitgehend ruhig. Polizeisprecher Timo Zill lobte dabei besonders die Arbeit der Polizei und die gute Kooperation mit den Klubs: "Die Zusammenarbeit von Polizei und beiden Vereinen darf als hervorragend bezeichnet werden", sagte Zill, nicht ohne einschränkend hinzuzufügen: "Ein bitterer Beigeschmack bleibt das Zünden von Pyrotechnik und Böllern im Stadion. Hierfür tragen Fans beider Fanlager Verantwortung." 

Doch die Zeche zahlen - vorerst - deren Klubs.