Der BVB hat am ersten Champions-League-Spieltag einen Achtungserfolg gegen den FC Barcelona gefeiert. Im heimischen Signal Iduna Park lieferte der Bundesligist eine überragende Leistung ab, belohnte sich jedoch nicht. Nach 90 Minuten standen zwei große Nullen auf der Anzeigetafel.


Für Borussia Dortmund wartete zum Auftakt der Champions League mit dem FC Barcelona ein ganz großer Brocken. Nach 90 intensiven Minuten in Dortmund muss man allerdings konstatieren, dass der BVB zwei Punkte gegen den spanischen Top-Club verloren hat. Die Borussia war über weite Strecken, spätestens nach dem Seitenwechsel, die deutlich bessere Mannschaft, konnte sich jedoch nicht für den Aufwand belohnen.


Das lag vor allem an zwei deutschen Nationalspielern: Marco Reus und Marc-Andre ter Stegen. Während ter Stegen einen Sahneabend erwischte, wollte es für Reus einfach nicht klappen. Gegen seinen Nationalmannschaftskollegen verschoss Reus einen Strafstoß und vergab ganze drei Großchancen. Mehr Glück hatte auch der eingewechselte Julian Brandt nicht, der mit einem Distanzschuss nur die Latte traf. Auch Paco Alcacer schaffte es nicht, den Ball über die Linie zu drücken. 


Auf der anderen Seite fand der FC Barcelona offensiv kaum statt. Zwar bewegten sich die Katalanen häufig in den Zwischenräumen vor der BVB-Abwehr, doch der letzte Zug zum Tor ging den Spaniern - auch nach der Einwechselung von Lionel Messi - ab. Zudem gab es an Mats Hummels schlicht kein Vorbeikommen; der BVB-Verteidiger lieferte ein überragendes Spiel ab.


Erkenntnisse BVB


Zwei Punkte gegen Barcelona verloren - mehr Lob gibt es für den Deutschen Vizemeister nicht. Der BVB spielte Barca phasenweise an die Wand und hätte am Ende mit zwei oder drei Toren gewinnen können. Die mangelhafte Chancenverwertung muss sich die Mannschaft von Lucien Favre ankreiden.


Abgesehen davon spielten die Schwarz-Gelben eine am Reisbrett geplante Partie. Mit hohem und frühen Pressing setze man die Gäste aus Katalanien unter Druck und erzwang viele Fehler. Damit wurde die Borussia ihrer Ansage, mutig spielen zu wollen, gerecht. 


Auch wenn man sich beim BVB sicher über die verpassten Big Points ärgen wird, darf man in Westfalen dennoch zufrieden sein. Im Fernduell mit Inter Mailand sicherte man sich einen wichtigen (und nicht unbedingt eingeplanten) Punkt in der Gruppe. Zudem spielten die Italiener am früheren Abend zuhause gegen Slavia Prag nur 1:1-Unentschieden. Bedingt durch die nun gute Ausgangslage und den bockstarken Auftritt gegen Barcelona, dürfte der BVB die eigenen Ambitionen in der Gruppe nach oben korrigieren.


Noten der BVB-Stars​

Bürki (2) - Guerreiro (2), Akanji (2-), Hummels (1), Hakimi (1-) - Delaney (2), Witsel (2) - Hazard (3), Sancho (1-) - Reus (2-), Alcacer (3+)


BVB-Spieler der Partie

Mats Hummels lieferte seine beste Leistung seit seiner Rückkehr zum BVB ab und bestätigte seine gute Form. Der Innenverteidiger ließ Griezmann, Suarez und Co. verzweifeln und gewann alles an Zweikämpfen, was ihm vor die Nase kam. Auch in der Luft eine absolute Wucht - köpfte beinahe die Dortmunder Führung und schädelte sämtliche Barca-Flanken aus der Gefahrenzone. 


Erkenntnisse Barcelona

​Ohne Messi geht nichts! Während der argentinische Superstar zunächst nur auf der Bank saß, viel seinen Kollegen auf dem Rasen offensiv nicht besonders viel ein. Wunderkind Ansu Fati merkte man seine 16 Jahre an; vom Offensiv-Talent kam wenig bis gar nichts. Nach einer guten Stunde wurde Messi zwar eingewechselt, fand aber überhaupt nicht in die Partie. Offensiv ging für Barcelona einfach gar nichts!


Zwar strahlten die Katalanen allein durch ihre Präsenz und ihr Selbstverständnis immer Gefahr aus, wirkliche Torchancen erarbeitete sich Barca aber nicht. Auch die optische Überlegenheit nahm nach dem Seitenwechsel immer mehr ab; am Ende konnte man froh sein, dass es mit einem Punkt nach Hause geht.


Noten der Barca-Stars

ter Stegen (1) - Semedo (4+), Lenglet (3), Pique (2-), Alba (verletzt ausgewechselt) - Busquets (2-), Arthur (3-), de Jong (3-) - Fati (4-), Griezmann (3-), Suarez (3)


Barca-Spieler der Partie

Marc-Andre ter Stegen avancierte zum personalisierten Albtraum von Nationalmannschaftskollege Marco Reus. Parierte nicht nur Reus' Strafstoß überragend, sondern vereitelte zahlreiche BVB-Großchancen überragend. Ein deutliches Ausrufezeichen des Barca-Schlussmanns an Manuel Neuer und Joachim Löw.


Das kommende Programm für den BVB und Barcelona


Durchatmen ist für den BVB nicht angesagt. Am Sonntag gastiert der Vizemeister bei Eintracht Frankfurt, sechs Tage später wartet in der Bundesliga der SV Werder Bremen auf die Mannschaft von Lucien Favre. In der anschließenden Folgewoche (2.10.) steht wieder Champions League auf dem Programm: Der BVB reist zu Underdog Slavia Prag.


Der FC Barcelona hat in der Liga ein (auf dem Papier) einfacheres Programm vor der Brust. Am Samstag gastiert Barca beim FC Granada, nur drei Tage später empfangen die Katalanen den FC Villarreal. In der Königsklasse trifft Barca ebenfalls am 2.10. im heimischen Camp Nou auf Inter Mailand.​