​Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen haben sich öffentlich einen verbalen Schlagabtausch geliefert. Nun hat sich Bundestrainer Joachim Löw zur Position zwischen den Pfosten geäußert - und versucht zu schlichten.


Klar, ter Stegen war angefressen, dass er in den letzten beiden EM-Quali-Spielen nur auf der Bank saß. Joachim Löw hatte ihm zuvor zugesprochen, dass er seine Chance auch in der Qualifikation erhalten werde. Stattdessen stand sowohl gegen die Niederlande als auch in Nordirland Kapitän Manuel Neuer im Tor - und machte seine Sache gut.


Ter Stegen verschaffte seinem Unmut dennoch öffentlich Luft. Manuel Neuer reagierte darauf und unterstellte dem Barça-Schlussmann mangelnden Teamgeist. ​Der wollte das nicht auf sich sitzen lassen und watschte Neuer auf der PK vor dem ​Champions-League-Auftakt in Dortmund ab.


Löw bleibt gelassen: "Brauchen und wollen den Konkurrenzkampf"


Halb so wild, findet der Bundestrainer. "Wir alle können uns doch nur freuen, mit Manuel Neuer und Marc-Andre ter Stegen zwei Weltklassetorhüter zu haben. Auch Kevin Trapp und Bernd Leno sind zu außergewöhnlichen Leistungen in der Lage", erklärte er gegenüber der Bild.


Dass wir zwei der weltbesten Keeper zwischen den Pfosten haben, braucht uns Löw aber nicht mehr erklären. Eben jener Fakt sorgt für den Zündstoff, der seit der Länderspielpause wieder brodelt. Löw will davon aber nichts wissen: "Es ist doch klar, dass jeder einzelne ehrgeizig ist und auch spielen will, in der Nationalmannschaft brauchen und wollen wir diesen Konkurrenzkampf."


Der Kampf um die Nummer eins im DFB-Tor soll also weiter gehen. Löw hat offenbar keine Sorge, dass der Streit eskalieren oder für all zu schlechte Stimmung im Team sorgen könnte. ​Nicht nur Bodo Illgner sieht das anders und erklärte jüngst, nur einer der beiden sollte beim Nationalteam dabei sein - dem Frieden willen.


Ter Stegen soll in EM-Quali spielen


Ob das die Lösung sein kann, sei dahin gestellt. Fakt ist, eine Entspannung der Situation ist nicht in Sicht. Neuer wird, sollte nichts Außergewöhnliches passieren, die Nummer eins im deutschen Kasten bleiben.


Die versprochene "Chance" soll ter Stegen dennoch erhalten. "Andy Köpke und ich stehen zu unserem Wort, dass auch Marc seine Chancen bei uns bekommen wird. Wir können seine Enttäuschung verstehen, doch es ist nun mal so, dass nur einer spielen kann. Im Juni hatten wir ihn eingeplant, da war er leider angeschlagen. Manu hat bei uns zuletzt sehr gute Leistungen gezeigt. Er ist unser Kapitän", so Löw weiter.