​Es war einer der großen Transfer-Hickhacks in diesem Sommer. Das monatelange Gezerre und Geschacher um ​Antoine Griezmann hielt die Medien nicht nur in Barcelona und Madrid in Atem. Am Ende zahlten die Azulgrana etwa 120 Millionen Euro an Atlético Madrid für die Dienste des französischen Weltmeisters. Doch eigentlich wollten die Colchoneros noch viel mehr haben.


Kontakaufnahme zwischen Barça und Spieler vor oder nach dem 1. Juli?


Und beriefen sich dabei auf die Klausel in seinem Arbeitspapier. Der zufolge verringerte sich ab dem 1. Juli seine Ablösesumme von 200 auf 120 Millionen. 


Doch Atlético beanstandet, dass der ​FC Barcelona eben schon vor dem ersten Juli mit dem Spieler in Kontakt getreten ist, folglich auch 200 statt 120 Millonen Euro zahlen müsse. Die Angelegenheit konnte freundschaftlich nicht geklärt werden, sodass die Gerichte eingeschaltet werden mussten. Respektive eine Art Schlichtungsverfahren. 


Die spanische Zeitung El Mundo berichtet nun, dass der für den Fall zuständige Strafermittler Juantxo Landaberéa nun einen Vorschlag zur Güte eingereicht hat: demnach soll Barcelona entweder eine Geldstrafe bezahlen oder ein Spiel ohne Publikum austragen. 


Nahezu grotesk lächerliches Strafmaß


Die Geldstrafe, die dabei genannt wurde, ist nahezu grotesk gering: 300 Euro. Es braucht keines fundierten Fußballwissens, um sich vorzustellen, dass der FC Barcelona natürlich dann die Geldstrafe vorzieht. Als rechtliche Basis für diesen Schiedsspruch fungieren die Artikel 88 und 126 des Disziplinarreglements des spanischen Fußballverbandes. Der erstgenannte Artikel sieht dabei sogar Strafen vor, die bis zur Disqualifikation vom Wettbewerb für die Dauer von zwei Jahren reichen. Stadionschließung von bis zu drei Spielen und pekuniäre Strafen (ebenfalls im unteren vierstelligen Bereich) sind weitere vorgesehene Sanktionen. 


Viel wird in dem Verfahren davon abhängen, in wie weit Atlético wirklich gerichtsverwertbare Beweise vorlegen kann, dass der FC Barcelona schon vor dem 1. Juli mit Griezmann in Kontakt getreten ist. Atléticos Geschäftsführer Angel Gil Marín soll gesagt haben, ebendiese Beweise in Form von e-Mails vorliegen zu haben. 


Sollte am Ende tatsächlich die Kontaktaufnahme (vor besagtem 1. Juli) bewiesen werden, und die Strafe bei diesen lächerlichen 300 Euro bleiben, wäre an der Sinnhaftigkeit von Vertragsklauseln im spanischen Fußball zu zweifeln. Und an der Seriosität der dort fungierenden Rechtsinstitute.