​Das Spitzenspiel zwischen ​RB Leipzig und dem ​FC Bayern München am vergangenen Samstag ließ sich hinsichtlich der Spielweise beider Mannschaften klar in zwei völlig unterschiedliche Phasen einteilen. Dabei gelang es RB-Coach ​Julian Nagelsmann durch präzise Ansagen in der Halbzeit, seine in der ersten Spielhälfte unterlegene Mannschaft ins Spiel zurückzuholen.


In den ersten 45 Spielminuten waren die Münchner extrem dominant aufgetreten und waren im Stadion der Leipziger die klar spielbestimmende Mannschaft. Der Halbzeitstand von 1:1 spiegelte dabei nicht im Ansatz die Kräfteverhältnisse auf dem Platz wieder. Vielmehr hatten die roten Bullen derart wenig Zugriff auf die Schaltzentrale des Rekordmeisters, dass die Gäste schon früh den Sack hätten zumachen können, ja eigentlich müssen.


Das taktische Konzept der Sachsen ging dabei in der ersten Halbzeit überhaupt nicht auf und so konnten sich die Bayern über ungewohnt viele Freiräume im sonst so umkämpften Mittelfeld freuen. Nach der Partie gab Nagelsmann laut der BILD daher auch unumwunden zu, dass der erste Spielabschnitt klar zu Gunsten der Gäste ablief. "In der ersten Halbzeit war es für uns wie ein Waldlauf ohne viel Fußball", so der 32-Jährige.


Nagelsmanns Taktiktafel leitete die Wende ein


Die Halbzeitpause war für Nagelsmann daher am Wochenende so wichtig, wie wohl nur selten zuvor. Dabei vermittelte der Coach seinen Schützlingen mit absoluter Präzision, welche Veränderungen nötig sind. Dabei bemühte er laut dem Boulevardblatt die gute alte Taktiktafel und bereitete seine Spieler auf die Umstellung von einer Dreier- hin zu einer Viererkette vor. 


Durch die Einwechslung von Diego Demme, der Nationalspieler Lukas Klostermann ersetzte, gelang es dem Cheftrainer dabei die Kontrolle im Mittelfeldzentrum zwar nicht komplett auf seine Seite zu ziehen, doch aber für ein deutlich besseres Gleichgewicht zu sorgen.


Nagelsmann nahm seine Spieler in die Pflicht


Anstatt seine Spieler mit ausschweifenden Erläuterungen voll zu texten, ließ der Cheftrainer seine Schützlinge nach seinen raschen Ausführungen alleine in der Kabine zurück und setzte dabei darauf, dass seine Spieler nun wussten, was zu tun ist.


Dabei nahm er vor allem die erfahrenen Spieler wie etwa ​Torhüter Peter Gulacsi in die Pflicht, der nach dem Spiel unterstrich, dass die Spieler auf dem Platz ohnehin in der Lage sein müssten, "das zu regeln". Auch Emil Forsberg betonte, dass nach der Halbzeitansprache in der Mannschaft der Leipziger deutlich mehr Zug erkennbar war. "Wir sind raus gegangen, waren viel besser am Ball und haben Bayern unter Druck gesetzt", so der schwedische Angreifer.