Vor zwei Jahren wechselte Jadon Sancho von Manchester City zu Borussia Dortmund. Dabei kam er, wie Ousmane Dembélé kurz zuvor ging: Per Streik. Seit seiner Ankunft entwickelt er sich aber prächtig. Trotzdem zieht es den 19-Jährigen womöglich zurück nach Manchester, wenn auch zum City-Erzrivalen United. Es wäre ein Dämpfer in der noch jungen Karriere.


Bevor Jadon Sancho zu ​Borussia Dortmund kam, hatte er mit Männerfußball nichts am Hut. Direkt aus der U19 von ​Manchester City gescoutet, kam er zu den Borussen, um den abgewanderten Ousmane Dembélé zu ersetzen. Ein schlappes Jahr später war er Stammspieler.


Diesen Status hat er noch immer inne. Meist über den rechten Flügel, stürmt der junge Engländer. In 50 Bundesligaspielen traf er 15 Mal, bereitete weitere 26 Treffer vor. Er ist mit seinen 19 Jahren der erste Bundesligaspieler, der je einen dreistelligen Marktwert aufbringen konnte. Keine Frage, Dortmunds Nummer sieben ist auf dem besten Weg zur absoluten Weltklasse.


Sein Berater ist gesprächsbereit

Dass man Sancho nicht ewig in Brakel halten können, wissen alle BVB-Verantwortlichen. Schon in diesem Sommer kamen immer wieder Gerüchte um einen Transfer auf, zustande kam dieser allerdings nicht. Sancho soll daran auch (noch) nicht interessiert gewesen sein. Dass ​​Manchester United aber weiter an Sancho interessiert ist, dürfte kein Geheimnis mehr sein. Wie in der Amazon-Doku "Inside Borussia Dortmund“ beschrieben, habe Sanchos Berater zudem schon mal mit dem englischen Rekordmeister gesprochen.


Doch auch im nächsten Sommer wäre ein Wechsel ins Old Trafford auch Sanchos Sicht nicht die beste Idee. Sicherlich hat ​United seitdem Ole Gunnar Solskjaer als Trainer das Ruder an sich gerissen hat, einen kleinen sportlichen Aufschwung. Sicherlich würde Sancho mit Marcus Rashford und Anthony Martial ein interessantes, tempostarkes und junges Sturmtrio stellen. Was aber auch sicher ist, ist das United dem BVB derzeit sportlich keineswegs das Wasser reichen kann.

Jadon Malik Sancho

Jadon Sancho hat mit seinen 19 Jahren schon einen Marktwert von 100 Millionen Euro


Das vom BVB ausgehängte Preisschild von 170 Millionen Euro, was zeitgleich Bundesliga-Rekordtransfer wäre, können die Red Devils wohl bezahlen. Den jungen Sancho mit einem saftigen Vertrag locken, ist auch machbar.


Und auch ein Stammplatz würde Sancho auf den ersten Blick aber gewiss sein. United will sich mit jungen, entwicklungsfähigen Spielern verstärken. Auf dem rechten Flügel wäre Sancho das Aushängeschild. Mit Sancho hätte der gefallene englische Rekordmeister einen weiteren Trumpf im Kampf darum, national und international wieder relevant zu werden.


Doch hierbei liegt ein dicker Pluspunkt für Schwarz-Gelb. Beim BVB sieht die Situation anders aus: Gerade in dieser Saison will die Mannschaft den nächsten Schritt machen. In der Bundesliga bedeutet das den Titel, international will man ebenfalls ein größeres Wort mitsprechen. 


Dortmund ist nicht auf Sancho angewiesen

Der BVB ist (derzeit) den Red Devils also mindestens einen Schritt voraus. In Dortmund könnte Sancho weiter auf sich aufmerksam machen, hat einen Stammplatz sicher und kann noch besser weren. Im schnellen Kombinationsspiel mit Marco Reus als idealen Partner auf der Zehn blüht der Engländer aus. In Manchester ist man von diesem Fußball noch ein gutes Stück entfernt. In Dortmund hat er zudem in hohem Maße Freiheiten, kann sich seine Dribblings oft nehmen. 


Für Sancho ist ein Wechsel vor allem also aus zwei Gesichtspunkten attraktiv: Finanziell und um mehr im Fokus des Nationaltrainers zu stehen (Southgate hatte jüngst erklärt, dass Sancho in England noch etwas unter dem Radar fliegt). Doch rein sportlich ist und bleibt der BVB die beste Adresse für den 19-Jährigen - im Nationalteam ist er spätestens nach seinem jüngste Doppelpack ohnehin schon angekommen.



Andersherum sind die Borussen nicht in dem Maße auf ihn angewiesen. Sollte er sich für einen Wechsel entscheiden, müsste man in Dortmund keine Bauchschmerzen bekommen. Wenn auf dem BVB-Konto wirklich 170 Millionen Euro erscheinen, kann man damit bei Bedarf mindestens vergleichbare Spieler transferieren. Zudem sollte man die Dortmunder in puncto Transferscouting nie unterschätzen: Wenn es um die Weiterentwicklung von Spielern geht, machen den Borussen nur wenige etwas vor. Siehe Sancho.