Nur fünf Punkte nach sechs Spieltagen: für die Ansprüche von Hannover 96 ist das viel zu wenig. Der anvisierte Wiederaufstieg rückt momentan in weite Ferne, die Mannschaft und das Trainerteam stehen unter enormem Druck. Noch schenkt Vorstandsvorsitzender Martin Kind das Vertrauen, Mirko Slomka muss trotzdem zittern.


Die Niederlage gegen ​Arminia Bielfeld war bereits die dritte Pleite in dieser Saison, nach der 0:3-Schlappe gegen den ​HSV war es zudem das zweite Spiel in Folge ohne eigenen Treffer. Die Fans sind von den bisherigen Leistungen enttäuscht, doch nun droht nicht nur die ​erste Bundesliga in weite Ferne zu rücken. Denn auf dem 15. Tabellenplatz muss der Blick eher nach unten gerichtet werden. 


Die bisherigen Forderungen wurden noch nicht umgesetzt, Keeper Ron-Robert Zieler analysierte den katastrophalen Fehlstart. "Wir sind noch nicht angekommen in der 2. Liga, das muss man so deutlich sagen. Nach dem 0:1 kam zu wenig Gegenwehr. Jeder will, aber wir laufen die falschen Wege und sind zu wild", so der Torhüter in der Bild


Eine Besserung war bisher nicht in Sicht, doch der Glaube an eine Trendwende bleibt weiterhin bestehen. "Das geht nur durch harte Arbeit. Da muss jeder anpacken, da muss jeder mitmachen. Das war heute nicht wirklich der Fall. Das müssen wir aufarbeiten unter der Woche", so Verteidiger Dennis Aogo. Aus der Mannschaft sind die Warnungen also bereits zu vernehmen, die Vereinsführung ist ebenso angespannt.


Slomkas Bewährungschance?


Um einem Abstiegskampf in der ​zweiten Liga so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen, sollen nun Ergebnisse folgen. Vereinsboss Martin Kind sieht das Team noch nicht in der Bestform, doch glaubt an eine Entwicklung. "Wir sind uns der Situation bewusst. Fünf Punkte nach sechs Spielen sind weniger, als wir alle erwartet haben. Die Mannschaft muss noch zusammenwachsen, das hat man auch gegen Bielefeld gesehen", so Kind auf der vereinseigenen Internetseite.


Nach dem großen Umbruch im Sommer mit insgesamt 18 Abgängen und nur neun Verpflichtungen sowie einem komplett neu installierten Trainerteam braucht es noch einige Zeit. Doch im Hinblick auf die Saisonziele gibt es davon nicht allzu viel, schnell kann der Aufstieg in zu große Ferne rücken. 


Kommt Jens Lehmann an Slomkas Seite?


"Die Mannschaft genießt unser Vertrauen", so Kind über sein noch unsicher wirkendes Team. Eine Kritik an den Profis ist in der aktuellen Lage sowieso wenig angebracht. Doch auch für den in der Kritik stehenden Trainer Mirko Slomka wird es vorerst weiter gehen. Allerdings könnte ihm ein "meinungsstarker Mann" an die Seite gestellt werden. Laut der Neuen Presse könnte man Jens Lehmann als Co-Trainer für Slomka unter Vertrag nehmen.


​​Egal wie, für die 96er muss es deutlich bergauf gehen. Die Mannschaft um Trainer Slomka muss nun liefern, um nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten. Doch die Geduld hat im Lager der Hannoveraner bekanntlich auch irgendwann ein Ende. Viele Chancen dürfen sich die Beteiligten also nicht mehr entgehen lassen.