Den Auswärtssieg bei Union Berlin (2:1) hat Werder Bremen teuer bezahlt. In der 68. Minute musste Yuya Osako aufgrund von Beschwerden an der Wade ausgewechselt werden, zu allem Überfluss flog Nuri Sahin in der Nachspielzeit mit Gelb-Rot vom Platz. Die dezimierten Bremer müssen darauf hoffen, dass der ein oder andere Akteur bis zum kommenden Spieltag wieder zurückkehrt.


Das Verletzungspech lässt an der Weser nicht nach. In der Defensive fehlen Milos Veljkovic, Sebastian Langkamp und Ludwig Augustinsson seit Saisonbeginn, Neuzugang Ömer Toprak zog sich bei seinem zweiten Einsatz einen Muskelfaserriss zu. Auch Routinier Niklas Moisander ​musste kurzfristig passen: der Finne erlitt beim Auslaufen nach dem Testspiel gegen Hannover 96 ebenfalls einen Muskelfaserriss. 


Mit Marco Friedl und Christian Groß, der eigentlich für die zweite Mannschaft aufläuft, standen am Samstag lediglich zwei Innenverteidiger im Kader von Florian Kohfeldt. Wie schon beim Heimsieg 
gegen den FC Augsburg (3:2) vor der Länderspielpause musste Theodor Gebre Selassie im Abwehrzentrum aushelfen, Leihgabe Michael Lang und Friedl nahmen auf den Außenverteidiger-Posten Platz.


10 Ausfälle - doch damit nicht genug


​Damit nicht genug: Wie vor dem Spiel bekannt wurde, ​sollte auch Maximilian Eggestein ausfallen. Das Mittelfeld-Juwel gesellt sich zum Verletztenlazarett, das unter anderem Fin Bartels, Kevin Möhwald, Philipp Bargfrede und Milot Rashica beherbergt. 


"Mir macht das gerade natürlich keinen Spaß, dass so viele nicht da sind", sagte Kohfeldt laut BILD, nachdem klar wurde, dass Moisander gegen Union Berlin nicht mitwirken kann. Trotz der Vielzahl an verletzten Spielern seien aber "keine wiederkehrenden Muster zu erkennen", der Muskelfaserriss von Moisander sei beispielsweise "einfach nicht zu erklären."


Osako fraglich, Sahin gesperrt


Mit Yuya Osako droht nun der nächste Ausfall. Der Angreifer, der im Länderspiel gegen Paraguay sein 15. Tor für die japanische Nationalmannschaft erzielte, wurde in der 68. Minute durch Josh Sargent ersetzt. "Er hat signalisiert, dass er Wadenprobleme hat", erklärte Sportvorstand Frank Baumann nach der Partie.

Die Sorgen an der Weser werden nicht kleiner, denn auch Nuri Sahin wird im kommenden Heimspiel gegen RB Leipzig nicht mitwirken können. Der Mittelfeldspieler erhielt in der Nachspielzeit seine zweite Gelbe Karte der Partie und handelte sich im 247. Bundesligaspiel seinen ersten Platzverweis ein. 


"Die Gelb-Rote Karte von Nuri Sahin tut uns richtig weh", sagte Siegtorschütze Niclas Füllkrug, der in einer emotionalen Partie ebenfalls mit Gelb verwarnt wurde. "Ich hatte auch Angst, dass ich irgendwann fliege, weil ich ja schon früh Gelb gesehen habe - ohne davor ein Foul gespielt zu haben."

Was die Zweikämpfe betrifft, sei die Partie "ein bisschen aus dem Ruder gelaufen." Beide Mannschaften schenkten sich keinen Meter und gingen hart in die Zweikämpfe. Schiedsrichter Tobias Welz musste mehrfach bei Rudelbildungen eingreifen, verwarnte unter anderem Kohfeldt mit einer Gelben Karte und schickte auch Union-Innenverteidiger Neven Subotic mit Gelb-Rot vom Platz.


Pluspunkt Mentalität


​"
Was die Mentalität angeht, Widrigkeiten überwinden zu wollen, damit bin ich sehr zufrieden", freute sich Kohfeldt nach der Partie. "Mit so vielen Verletzten wieder drei Punkte zu holen", so der Werder-Trainer, "ist wichtig, um Erfolg zu haben." Denn selbstverständlich war dieser Sieg nicht. 

Immerhin: Wie der 36-Jährige laut ​Weser-Kurier erklärte, wird Philipp Bargfrede in der kommenden Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Zudem besteht die Hoffnung darauf, dass Rashica, Moisander und Eggestein bis zum kommenden Wochenende wieder einsatzbereit sind.