Das Rheinlandderby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach weist auf eine lange Tradition zurück. Nachdem es aber - dem Abstieg der Kölner geschuldet - in der vergangenen Saison aussetzen musste, kam es am heutigen Samstag zu einer Neuauflage. 


Vor der Partie konnten die beiden Kontrahenten mit ihrer bisherigen Saison nicht zufrieden sein: Während ​Borussia Mönchengladbach lediglich vier Zähler nach drei Spielen auf dem Konto hatte, hat auch der ​1. FC Köln nur durch bislang einen Sieg drei Punkte zu verbuchen.

Köln wollte dieses Problem auch von Beginn an beheben. Der zuletzt verletzte Jhon Cordoba kam erwartungsgemäß zurück in die Startformation und bildete gemeinsam mit Anthony Modeste eine Doppelspitze. Doch auch in der Innenverteidigung gab es Umstellungen: Neuzugang Bornauw erhielt den Vorzug vor U21-Europameister Meré.


Bei den Fohlen gab es nur eine Umstellung. Da Linksverteidiger Oscar Wendt kurzfristig wegen eines grippalen Infekts ausfiel, debütierte Bensebaini. Matthias Ginter spielte dabei trotz seiner kürzlich erlittenen Rippenprellung.


Ausgangslage konnte nicht ausgeglichener sein

Die Ausgangslage konnte dabei nicht ausgeglichener sein: In den letzten sechs Aufeinandertreffen gewann jedes der beiden Teams je drei Mal. Den Beginn der Partie gestalteten jedoch nicht die Teams, sondern die Fans des 1. FC Köln – und das mehr als unrühmlich. Komplett unnötig beschmierten sie vor der Partie den Gästeblock mit Pferdekot und Buttersäure.


Als das Spiel aber endlich angepfiffen wurde, lief die Anfangsphase ausgeglichen ab. Beide Teams stürmten von Anfang an mit hohem Tempo, Cordoba und Modeste schlossen aber erfolglos ab. Doch nach nicht einmal einer Viertelstunde zappelte der Ball im Netz: Als Breel Embolo im Sechzehner auf Thuram ablegen wollte, sprang Ehizibue dazwischen. Mit seiner zunächst klärenden Rettungsaktion bereitete er aber unfreiwillig für Plea vor, der den Ball in der 14. Minute per Linksschuss versank.

Stefan Lainer,Louis Schaub,Christoph Kramer

Die Gladbacher nutzten ihre spielerische Überlegenheit


Fortan nutzten die Gäste ihre spielerische Überlegenheit und ließen den Ball häufig in den eigenen Reihen laufen. Nach 26 Minuten verbuchte die Borussia über 60 Prozent Ballbesitz. Lediglich der letzten Durchschlagskraft geschuldet, stand es zur Pause nicht 2 oder gar 3:0 für die Gladbacher.


Zu Beginn der zweiten Hälfte blieb noch immer nichts von den Gastgebern zu sehen. Gladbach gab den Ton an, mit Thuram, Embolo und Plea. Lediglich durch einige Abseitssituationen und unvermögende Abschlüsse bauten sie ihre Führung nicht weiter aus. Darauf reagierte Beierlorzer und schickte für die Domstädter Simon Terrodde ins Spiel. Er ersetzte Anthony Modeste in Minute 74.


Köln schnappt zweite Luft

Nach dessen Auswechslung schien Köln auch die berühmt berüchtigte zweite Luft zu erlangen. Fast im Minutentakt griffen die Geißböcke an, ließen aber im Gladbacher Stil das letzte Fünkchen Präzision vermissen. Zudem ließen sie auch hinten immer mehr zu, wie in der 75. Minute als Ehizibue auf der Linie klärte.


Die letzten Minuten der Partie gehörten aber eindeutig Gladbachs Schlussmann Yann Sommer. In der 80. Minute kam Simon Terrodde nach einem Freistoß in bestmöglicher Position zum Kopfball, doch Sommer klärte. Auch in der 88. Minute wurde Jhon Cordoba im Sechzehner angespielt, der Kolumbianer schloß ab und Sommer kratzte den Ball aus dem Eck. Den nachfolgenden Schuss von Simon Terrodde klärte der Schweizer. ebenfalls


Doch auch in der Nachspielzeit kamen die Domstädter nicht mehr durch die Gladbacher Abwehrreihen und verloren somit zurecht ihr drittes aus vier Spielen. Auch wenn die Gladbacher frühzeitig ein paar Gänge runterschalteten, gelang es den Kölnern nicht auszugleichen. Der Endstand von 0:1 ist gerechtfertigt und spiegelt eine knappe und intensive Partie wieder, die Plea in der 14. Minute für die Fohlen entschied.