​Das erste Mal in der Serie A-Saison wird ​Juventus Turin-Coach Maurizio Sarri am kommenden Spieltag auf der Trainerbank sitzen. Wegen einer Lungenentzündung verpasste der 60-Jährige die bisherigen Auftritte seines Teams. Auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen AC Florenz äußerte sich Sarri unter anderem zu der Nicht-Berücksichtigung Emre Cans im Champions League-Kader.


Der Vorfall schlug hohe Wellen - vor allem in den deutschen Medien. Im hochklassigen Champions League-Aufgebot von Juventus Turin sucht man den Namen Cans vergeblich. Sarri verzichtet auf die Dienste des 25-jährigen Mittelfeldspielers in der Champions League. Dies überraschte allen voran ​Emre Can selbst, der mitunter wütend der sportlichen Führung Vertrauensbruch vorwarf.


Sarri hat Verständnis für Cans Unmut


"Es war nicht einfach, die Spieler für die Liste auszuwählen, aber eine notwendige Sache", äußert sich Sarri via kicker auf der Pressekonferenz über die Entscheidung, Can außen vor zu lassen. ​Neben Can wurde auch Ex-Bundesligastürmer Mario Mandzukic nicht berücksichtig. "Es tut mir leid, dass zwei sehr wichtige Spieler nicht berücksichtigt wurden."


Das unter anderem Can öffentlich seinen Verein anprangerte und nicht mit Kritik sparte, stört Sarri nicht: "Wenn ein Spieler eine solche Entscheidung hinnehmen muss, dann gibt es einen emotionalen Aspekt." Hier müsse man den Spielern Raum geben, sich zu entladen. Sarri kann nach eigener Aussage mit der Kritik umgehen. "Ich bin alt genug, um solche Reaktionen richtig einzuordnen", so der erfahrene Trainer via kicker. In der Champions League muss Juve in der ​Gruppe D unter anderem gegen Atletico Madrid und Bayer 04 Leverkusen ran.


Gegen Florenz wohl keine Rotation - Can wieder Bankdrücker


Sarri wird nun erstmals ein Ligaspiel seines Teams von der Trainerbank aus leiten. "Es war nicht leicht für mich, kürzer zutreten", sagt Sarri über seine unfreiwillige Auszeit. Nachdem in der Zwischenzeit das restliche Trainerteam die Alte Dame coachte, freue er sich nun wieder, selber die Verantwortung zu tragen.


Von seinem Team fordere er vor dem Spiel gegen Florenz volle Konzentration. Eine große Rotation sei nicht zu erwarten: "Wir sind in einer Phase, in der sich Rotation als schwierig erweist, denn wir sind gerade dabei, unsere Identität und Struktur zu finden." Für Emre Can würde dies bedeuten, auch morgen auf der Bank zu schmoren - der Nationalspieler wurde am vergangenen Spieltag beim 4:3 gegen den SSC Neapel nur eingewechselt.