In Zeiten des Fußballgeschäfts, in denen eine Kaufsumme von dreißig Millionen Euro fast alsablösefrei angesehen wird, verzerren die heutzutage immer größer werdenden Beträge häufig die Realität. Einige Vereinslegenden von ​Schalke 04 wären nach den heutigen Maßstäben auch mögliche Rekordeinkäufe gewesen...


Klaus Fischer - Der Torjäger

Klaus Fischer

​Klaus Fischer ist der personifizierte S04-Torjäger. In 334 Pflichtspielen, die er für Schalke absolviert hat, traf er satte 210 Mal. Eine ähnlich starke Quote hat er weiterhin, wenn man auch seine Bilanz bei anderen Vereinen in Betracht zieht. Ein Stürmer mit einer solchen Quote, und das auf eine so große Anzahl von Spielen, wäre im richtigen Alter heute sicher eine dreistellige Millionensumme wert. 


Nach der Zeit auf Schalke wechselte er nach Köln: Für 500.000 Euro. Heute schlicht unvorstellbar, für die damaligen Zeiten nichts Außergewöhnliches. Zugegebenermaßen ist diese Zeit auch fast vierzig Jahre her - dennoch ein erstaunlicher Unterschied. 


Marcelo Bordon - der Abwehr-Schrank

Marcelo Bordon

Marcelo Bordon war über sechs Jahre lang der sichere Rückhalt in der S04-Defensive. Während seiner Zeit wurde man u. a. in der Saison 2006/2007 Vizemeister. 2004 kam er für vier Millionen Euro vom ​VfB Stuttgart - eine zum damaligen Zeitpunkt normale Summe für einen Spieler, der sich schon etabliert hatte. 


Rückblickend, und auf die heutige Zeit bezogen, wäre er jedoch während seiner Zeit auf Schalke deutlich mehr Wert gewesen. In Transferperioden, wo ein Harry Maguire für 87 Millionen Euro wechselt, hätte man für einen Bordon auch 40 Millionen Euro verlangen können. Er war vielleicht nicht der typische Brasilianer, den man am feinen Füßchen erkennt, doch war er ein enorm wichtiger Akteur und sicherer Rückhalt - dazu auch Kapitän. Er hat ein halbes Dutzend Jahre die Innenverteidigung geprägt. 


Ebbe Sand - Für ihn gibt's ein eigenes Lied

Ebbe Sand,Klass-Jan Huntelaar

​Fan-Liebling, Goalgetter und Sympathieträger, der seinesgleichen sucht. Von 1999 bis zu seinem Karriereende 2006 ging der Däne Ebbe Sand für Schalke im Sturm auf Torejagd. In 281 Pflichtspielen steuerte er 102 Tore und bemerkenswerte 43 Assists bei. 


Es gab eigentlich nichts, was man der Kultfigur Ebbe Sand nicht zugetraut hätte. Genau deshalb ist auch ein Song für ihn entstanden, den auch noch die ganz jungen Schalke-Fans heutzutage kennen. 


Für rund 5 Millionen Euro kam er aus Dänemark (eine damals schon beachtliche Summe). Ein Spieler, der sowohl für viele Tore, als auch Assists zuständig ist und die ganze Offensive zusammenhält wie er, könnte momentan gut und gerne 40 bis 50 Millionen Euro auf die Waage bringen.


Lincoln - kein Tor ohne seine Beteiligung

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​Im Gegensatz zu Bordon war Lincoln schon eher der klassische Brasilianer. Ablösefrei wechselte er 2004 zu S04 und spielte dort drei Jahre lang, ehe er für fünf Millionen Euro zu Galatasaray ging. 


Wenn Lincoln einen normal guten Tag hatte, gab es quasi kein Spiel ohne eine Torbeteiligung seinerseits. 117 Spiele, dabei 31 Tore und 33 Vorlagen. Der offensive Mittelfeldspieler war immer für ein starkes Tor oder den überraschenden Pass in die Spitze gut. Ein typischer, kreativer und spielfreudiger Zehner, wie viele Vereine ihn suchen würden. Durch diese Quoten und sein Auftreten hätte Schalke die damalige Summe in der heutigen Branche mindestens verachtfachen können, auf 40 Millionen Euro, wenn nicht sogar noch mehr. Während seiner Zeit bei S04 war er mit 25-28 im besten Alter und eine große Bereicherung. 


Jens Lehmann - der Beginn einer großen Karriere

FUSSBALL: 1. BUNDESLIGA 97/98 SCHALKE 04 19.12.97

Eurofighter, Torschütze im Derby, Nationalspieler. Jens Lehmann hat eine beachtliche Karriere hinter sich und seine zehn Jahre auf Schalke waren nicht weniger beeindruckend. Nachdem er einige Jugenden bei SW Essen durchlaufen hatte, kam er 1987 in die U19 der Schalker. Nur ein Jahr später machte er den Schritt zu den Profis, bei denen er ganze 310 Spiele absolvierte. 


In den 310 Einsätzen blieb er 105 Spiele ohne Gegentor - für die damaligen Zeiten eine starke Bilanz. Der größte Erfolg war die Geburt der Eurofighter mit ihm im Tor, als man in 1997 den UEFA-Pokal gewinnen konnte. Ein Jahr danach zog es in nach Italien, zum AC Mailand, die die damals gute Summe von 4,3 Millionen Euro bezahlten. 


Torhüter seines Kalibers, sowohl von der Qualität, als auch von der Mannschaftsführung, gehören heute zu den europäischen Eliten. Er mag vielleicht nicht mit den ter Stegens, Neuers oder Oblaks der heutigen Zeit auf dem gleichen Level sein, was das Torwartspiel betrifft. Dennoch wäre ein heutiges Preisschild von 30 Millionen Euro sicher nicht vermessen.