Die Verantwortlichen des ​FC Bayern sollen im Sommer Kontakt mit den Beratern von Max Kruse und Sebastien Haller aufgenommen haben. Bei beiden Kandidaten machte der Rekordmeister schlussendlich aus unterschiedlichen Gründen aber nicht ernst.


​Seit Robert Lewandowski 2014 an die Säbener Straße wechselte - und spätestens nach dem Abgang von Claudio Pizarro ein Jahr später, gibt es die Diskussion beim deutschen Rekordmeister: Wer ersetzt Lewandowski, wenn der Pole mal verletzt ist oder eine Pause braucht? 


Sandro Wagner war der letzte Backup. Seine zweite Amtszeit in München war allerdings nicht mehr als ein Intermezzo. Im aktuellen Kader der Bayern gilt wieder: Lewandowski ist unersetzbar - nicht nur wegen seiner überragenden Torquote, sondern weil es schlicht keinen 1:1-Ersatz gibt.


Lewandowski oder nichts?!


Kandidaten für diese Rolle gab es genug und wurden auch medial gehandelt. Unter diesen befanden sich auch Max Kruse, der bekanntlich ​diesen Sommer von der Weser an den Bosporus gewechselt ist und bei Besiktas auf Torejagd geht. Und auch der Name Sebastien Haller ist des öfteren gefallen. Der "Ex-Büffel" der Eintracht gilt als Prototyp einer echten Nummer neun - nicht wenige vergleichen ihn mit Lewandowski selbst.


Glaubt man nun Manuel Bonke, Reporter für die in München ansässige tz, wurden beide Namen bei den FCB-Bossen nicht nur diskutiert, sondern sogar Gespräche mit den Beratern geführt. Aus unterschiedlichen Gründen wurden beide Namen verworfen.


Kruse kein echter Ersatz für Lewandowski


Bei Kruse war es eher die Art und Weise des Ex-Nationalspielers. In Bremen war der 31-Jährige Spielmacher und Torjäger in Personalunion. Ganz vorne in der Spitze fühlt sich Kruse nicht so wohl, wie als Freigeist, der sich gerne bis an die Mittellinie fallen lässt. Eine Spielweise, die nicht wirklich zum FC Bayern passt und auch nicht gesucht wurde. Da half es auch nicht, dass Kruse ablösefrei zu haben war. Ganz zu schweigen, dass dieser sich eher nicht mit einer Ersatzrolle zufrieden geben mag.


Fraglich am vermeintlichen Interesse bleibt aber, warum man mit dem Kruse-Berater bereits Kontakt aufgenommen habe und dann erst zum dem Schluss gekommen sei, er ist kein geeigneter Kandidat.


Haller war den Bayern zu teuer


Bei Haller lag das Problem woanders: Der Franzose soll den Bayern schlicht zu teuer gewesen sein. ​40 Millionen Euro überwies West Ham United an die SGE. So viel war man an der Säbener nicht bereit, für einen Backup zu investieren, heißt es.


Nun gut, auf der einen Seite nachvollziehbar. Der Fokus in diesem Transfersommer lag vor allem auf der Robbery-Nachfolge. Und beim angedachten Sané-Transfer hätte der FCB im dreistelligen Millionenbereich investieren müssen. Gut möglich, dass weitere 40 Millionen für Haller einfach nicht drin waren.


Da sich Sané aber bekanntermaßen verletzt hat und der Deal nicht zustande kam, verhalf man sich mit einer Leihe, die für diesen Sommer wenig Geld kostete. Wer weiß, ob man bei Haller nicht anders verfahren wäre, hätte man das alles schon vorher gewusst.


Das alles bleibt aber Spekulation, genauso wie die Entwicklung von Haller beim FCB. Dort hätte der Franzose vielleicht früher oder später in Lewandowskis Fußstapfen treten können und man hätte in einigen Jahren über einen Haller-Backup diskutiert. Da Lewandowski aber ein Jungbrunnen zu sein scheint, hätte Haller wohl ganz ganz viel Geduld aufbringen müssen.


Und am Ende kann man aus FCB-Sicht sagen: Lewa oder nichts! Solange der Torjäger fit ist, muss man sich keine Sorgen machen. Solange er fit ist...