Mit 33 Jahren hat Sergio Ramos in seiner Karriere sämtliche Titel gewonnen, die es zu gewinnen gab. Für eine Karriere als Fußballprofi hat der beinharte Innenverteidiger von Kindesbeinen an viel geopfert, der Einsatz hat sich mittlerweile voll ausgezahlt. Ab dem 13. September läuft die achtteilige Dokumentation 'El Corazón de Sergio Ramos' (Deutsch: 'Das Herz von Sergio Ramos') exklusiv auf Amazon Prime - im Vorfeld sprach Ramos mit unseren Kollegen von 90min.com über seine Schlüssel zum Erfolg, den Wirbel um Gareth Bale sowie Paul Pogba.


609 Pflichtspiele absolvierte Sergio Ramos für ​Real Madrid, seit ihn die Königlichen im Sommer 2005 für 27 Millionen Euro vom FC Sevilla verpflichteten. In den vergangenen 14 Jahren wurde Ramos Welt- und Europameister, gewann vier Mal die Champions League, vier Mal die spanische Meisterschaft und zwei Mal die Copa del Rey. 

​Nach all den erfolgreichen Jahren, könnte man meinen, fehlt einem irgendwann die Motivation. Nicht so bei Ramos, wie er im Vorfeld seiner Dokumentation verriet: "Ich versuche, mich jedes Jahr zurückzusetzen, von ganz unten zu beginnen und zu vergessen, was ich erreicht und gewonnen habe. Elitesport fordert, dass du dein Leben investierst, um so viele Spiele wie möglich auf solch einem hohen Leistungsniveau zu absolvieren."

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    Als Kapitän hat Sergio Ramos den begehrten Henkelpott drei Mal in Folge in den Nachthimmel stemmen dürfen. Der Weg dorthin war lang, aber er hat sich ausgezahlt.



Drei Schlüsselfaktoren für seine Karriere seien "Ernährung, Ruhe und Arbeit", die goldene Mitte führe letztlich zum Erfolg - doch dieser hält nicht ewig. Real gewann 2014 sowie von 2016 bis 2018 die Champions League, wurde zudem im Jahr 2017 zum 33. Mal spanischer Meister. In der abgelaufenen Saison spielte die Mannschaft aber so schwach wie lange nicht mehr, Rückkehrer Zinedine Zidane wurde zum Ende hin der dritte Trainer der Saison, der sich der schwierigen Aufgabe, die Spieler auf Vordermann zu bringen, ausgesetzt sah.


Ramos glaubt an eine erfolgreiche Saison


"Natürlich gibt es nach einer Siegesserie einen Wendepunkt", so Ramos, doch "es gibt niemanden in unserem Team, der müde ist, zu gewinnen." Man müsse "von vorne beginnen", so, wie er in jedem Jahr von vorne anfängt. Denn Real werde auch nach einem missglückten Jahr "immer ein Titelfavorit sein", und nach den ersten Zügen der neuen Saison glaubt der 33-Jährige: "Ich denke, es wird ein gutes Jahr."

Rückendeckung für Bale

​Beim jüngsten 2:2 gegen den FC Villarreal rettete ein Spieler den Madrilenen einen Punkt, den Zinedine Zidane vor wenigen Wochen um jeden Preis abgeben wollte: Gareth Bale. Um den Waliser, der in allen drei Ligaspielen in der Startelf stand, am Samstag gegen UD Levante aufgrund einer Gelb-Roten Karte allerdings gesperrt fehlen wird, herrschte großer Wirbel. Ein Wechsel nach China scheiterte im letzten Moment, aufgrund des Kreuzbandrisses von Marco Asensio rückte er plötzlich wieder in den Vordergrund.


"Bale ist ein großer Spieler und er war in den Jahren, die er bei uns war, ein wichtiger Spieler für uns", sagt Ramos. "Man findet viele Dinge in der Presse, manche sind wahr, manche nicht. Wir leben in dieser Welt und wir müssen alle versuchen, darüber zu stehen." 

​Aufregung herrschte zwischenzeitlich auch, als Zidane Bale nicht für den Audi Cup in München nominierte 
​und dieser prompt bei einer Runde Golf fotografiert wurde. Während sich die Fans in den sozialen Medien mächtig ärgerten, bleibt Ramos gelassen: "Wir dürfen in unserer Freizeit tun, was wir wollen. Ich denke, es sollte respektiert werden und nicht darüber gesprochen werden."


Pogba "ein großer Spieler"


Ein Spieler, mit denen die Königlichen in den vergangenen Monaten häufig in Verbindung gebracht wurden, war Paul Pogba. Der Weltmeister sei ein Wunschspieler von Zinedine Zidane gewesen, Manchester United entschied sich jedoch dazu, ihn trotz des öffentlich bekundeten Wechselwunsches nicht ziehen zu lassen. 

Paul Pogba

    Paul Pogba (Foto) wurde lange mit Real Madrid in Verbindung gebracht - noch steht der Weltmeister bei Manchester United unter Vertrag.



Für den 26-Jährigen hat Ramos nur positive Worte übrig: "Meiner Meinung nach ist Pogba ein großer Spieler. Er ist anders und hat seinen Wert bei Juventus Turin und jetzt bei Manchester United unter Beweis gestellt. Er bringt Balance in ein Team, er hat einen starken Einfluss auf die Offensive und diese herausragende Physis." Einen solchen Spielertypen würde er mit Sicherheit gerne in seiner Mannschaft begrüßen - doch darauf wird Ramos wohl mindestens bis zum kommenden Jahr warten müssen.