Dicke Luft bei ​Werder Bremen: Vor dem Bundesligaspiel gegen Aufsteiger Union Berlin äußerte Sportchef Frank Baumann auf der Pressekonferenz am Donnerstag scharfe Kritik an Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Grund dafür sind die ​zusätzlichen Polizeikosten für sogenannte Hochrisikospiele, ​an denen sich Werder nun beteiligen muss. 

Nachdem das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Ende März erklärte, dass die DFL - und somit auch die 36 Profiklubs der ersten und zweiten Bundesliga - an den Polizeikosten für Hochrisikospiele beteiligt werden können, stellte Mäurer der DFL laut Deichstube eine Summe über 1,17 Millionen Euro in Rechnung. Die DFL verlange wiederum nun, dass Werder mindestens 50 Prozent der Summe zurückzahlt.

​Sportchef Frank Baumann sprach im Zuge dessen von einem "Wettbewerbsnachteil. Herr Mäurer widerspricht dem zwar, aber es ist so. Langfristig bedeutet es einen Schaden für den SV Werder und damit auch für Bremen, wenn wir diesen Wettbewerbsnachteil haben", wird der 43-Jährige nach der Pressekonferenz am Donnerstag zitiert.

Werder sei "der einzige Bundesliga-Club, der seit 15 Jahren keinen Euro, keinen Cent Unterstützung bei infrastrukturellen Maßnahmen von der Stadt bekommen hat", kritisierte Baumann. Den 76,5 Millionen Euro teuren Umbau von 2008 bis 2011 habe man selbst finanzieren müssen, Gespräche mit den verantwortlichen Politikern hätten sich als wenig hilfreich erwiesen. Diese seien zwar "zum Großteil Werder-Fans", doch "außer netten Worten haben wir in den letzten Jahren nichts bekommen", so Baumanns Vorwurf. 


Baumann: "Sehr, sehr kurzfristig gedacht"


Dem Klub, fuhr er fort, würden immer wieder "Knüppel zwischen die Beine geworfen", obwohl man sich "wie kein anderer Klub aus der Bundesliga" für soziale Projekte engagiere. "Wir wissen, dass es dem Land und der Stadt Bremen finanziell nicht so rosig geht", so Baumann, "trotzdem ist es aus meiner Sicht sehr, sehr kurzfristig gedacht." 


Denn Werder sei schließlich "der große Imageträger Bremens", und wenn diesem geschadet werde, so schade dies am Ende auch der Stadt: "Auf lange Sicht gesehen ist das ein riesiger Nachteil für Werder und für die Stadt Bremen", lautet Baumanns Schlussfolgerung.