​104 Minuten Einsatzzeit - das ist der übersichtliche Arbeitsnachweis von Kyriakos Papadopoulos (27) in der bisherigen Spielzeit für den ​Hamburger SV. Dass sich daran demnächst etwas substantiell ändert, ist eher nicht zu erwarten. Und mit Timo Letschert steht ein weiterer Konkurrent Gewehr bei Fuß.


Papadopoulos beim HSV: Ständiges Auf und Ab


Local Hero, Rebell, Schwerverletzter und Zweitligaabsteiger. So könnte man die zwei Jahre und neun Monate einteilen, die der Grieche seit seiner Ankunft im Januar 2017 in Hamburg erlebt hat. Mit sehr guten Leistungen hatte er in der Rückrunde 2016/17 einen erheblichen Anteil daran, dass der Dino seinen Spitznamen für´s erste behalten konnte. Für die HSV-Fans wurde er so schnell zur Identifikationsfigur. Klar, dass die Macher an der Elbe ihn dann ganz schnell fix verpflichteten. Dabei wurde die finanzielle Schmerzfähigkeit bis zum äußersten belastet. 6,5 Millionen Euro flossen von der Elbe an den Rhein zu Bayer Leverkusen. Dazu wurde er - ganz HSV-like -  mit einem fürstlichen Gehalt ausgestattet. 


Doch die Saison 2017/18 sollte keine normale werden. Weder für ihn, noch für den Klub. Am Ende stand der Abstieg in Liga 2. Für den Griechen war das Schlüsselerlebnis seine Nichtberücksichtigung von Christian Titz, der im März 2018 (am 27. Spieltag) gegen Hertha BSC sein Debüt als Trainer gab. Titz ließ Papadopoulos neunzig Minuten auf der Bank schmoren. Was dieser wiederum mit einer öffentlichen Kritik am Trainer quittierte. Konsequenz: Abmahnung und vorläufiger Verlust des Stammplatzes. Immerhin konnte der Grieche durch ein klärendes Gespräch und eine Entschuldigung seinerseits verhindern, ganz aus dem Kader geworfen zu werden.


Abstiegssaison begann schon unter schlechtem Stern


Die Folgesaison, die erste des Vereins im Unterhaus, begann dann wie ein Alptraum: im August 2018 verletzte er sich (fast zeitgleich mit seinem Kollegen Gideon Jung) im Training schwer und fiel für die komplette Hinrunde aus. Insgesamt kam er auch in der Rückrunde nicht mehr richtig zum Zug (spielte lediglich bei der Heimniederlage gegen den FC Magdeburg) und konnte nicht verhindern, dass das ausgerufene Ziel Wiederaufstieg verpasst wurde. 


Im Sommer nach dem Nicht-Aufstieg blieb kein Stein auf dem anderen beim HSV. Gefahndet wurde unter anderem nach Einsparmöglichkeiten. Spieler wie Wood und Papadopoulos, mit Gehältern jenseits der 2,5 Millionen jährlich, sollten eigentlich verkauft werden. Doch es fanden sich für beide keine Interessenten - also redete man sie unter den neuen Verantwortlichen sportlich stark und versuchte, mit ihnen zusammen das Ziel (Rückkehr in Liga 1) in dieser laufenden Spielzeit zu erreichen. 


Aber gleichzeitig verpflichtete man auch personelle Alternativen. Aus Nürnberg kam der brasilianische Innenverteidiger Ewerton, aus Italien (Sassuolo) wurde der holländische Abwehrrecke Timo Letschert geholt. Beide konnten bislang jedoch aufgrund von Verletzungen noch nicht für ihren neuen Klub auflaufen. 


Aktuell kein Platz für Papa - Zeichen stehen auf Abschied im Sommer


Und dennoch ist für Papadopoulos momentan kein Platz. An Rick van Drongelen und Gideon Jung als Innenverteidiger-Paar kommt der Grieche momentan nicht vorbei. Und die Situation wird in den kommenden Wochen nicht leichter für Papa: Ewerton macht Fortschritte, Letschert steht kurz vor seiner Rückkehr in den Spielbetrieb (wobei das Hamburg-Derby für ihn sicherlich noch zu früh kommt). 


Im kommenden Jahr läuft der Vertrag von Papadopoulos beim HSV aus. Wenn der Verein noch eine Ablösesumme generieren will, bleibt ihm dafür nur noch die Winter-Transferperiode. 

Angesichts dieser Konstellation und der Tatsache, dass Papa momentan maximal die Nummer drei in der Innenverteidiger-Hierarchie ist, kann man sich kaum vorstellen, dass er in Hamburg noch eine große Zukunft hat. Die Wege werden sich wohl spätestens im kommenden Sommer trennen.