​​Hertha BSC will nach der ​Trennung von Pal Dardai unter der Leitung des neuen Cheftrainers Ante Covic den Übergang von einer defensiv ausgerichteten Mannschaft hin zu einem Team mit einer deutlich attraktiveren Spielweise packen. Zuletzt gingen dem Hauptstadtklub dabei aber gewisse Grundtugenden ab. Mit Hilfe der beiden Neuzugänge Eduard Löwen und ​Marius Wolf könnte das Vabanquespiel in Zukunft besser gelingen.


Gleich zum Auftakt der neuen Spielzeit war der Covic-Elf mit dem 2:2-Remis beim FC Bayern München ein erstes dickes Ausrufezeichen gelungen. In der Folge zeigte sich aber rasch, dass ein ​Mentalitätswechsel inklusive frischem Matchplan vor allem eines benötigt: Zeit. Nach den beiden 3:0-Niederlagen gegen den VfL Wolfsburg und den FC Schalke 04 wird der Ton aber bereits rauer und so sind die Nerven vor dem bevorstehenden Gastspiel in Mainz bereits angespannt.

Eduard Lowen

Euard Löwen soll der Hertha mehr Struktur verleihen


Bei der Schlappe gegen die Schalker hatte Covic auf der Doppelsechs neben Marko Grujic auf den spielstarken Vladimir Darida gesetzt. Auffällig war dabei, dass sich die Berliner im wichtigen Mittelfeldzentrum dabei allzu häufig den Schneid hatten abkaufen lassen. Gegen die Domstädter dürfte daher eine Kaderanpassung unumgänglich sein.


Löwen drängt auf Startelfdebüt


Ein aussichtsreicher Kandidat ist dabei mit Sicherheit Eduard Löwen. Der zentrale Mittelfeldspieler war den Herthanern in diesem Sommer schließlich immerhin sieben Millionen Euro Ablöse wert gewesen und hatte bei seinem Ex-Klub 1. FC Nürnberg in der Mittelfeldzentrale eine herausragende Rolle eingenommen.


Auch ​Ante Covic scheint erkannt zu haben, dass die robuste aber dennoch auch technisch durchaus versierte Spielweise des 22-Jährigen ​den Berlinern in der aktuellen Entwicklungsphase gut zu Gesicht stehen würde, hatte er doch zuletzt gegenüber dem kicker vor allem die mangelnde Durchschlagskraft seiner Schützlinge moniert. "Wir müssen die Zweikämpfe annehmen und das zeigen, was uns letzte Saison stark gemacht hat", so Covic.


Das Spielerprofil von Eduard Löwen:

​Position​ZMF
​Alter​22
​Marktwert​7 Mio. Euro
​Profi-Spiele​84
​Hertha-Spiele​1


(Marktwert laut transfermarkt.de)


Ein Grund, wieso Löwen bislang in der Hauptstadt noch nicht zur Entfaltung gekommen ist, war seine Teilnahme an der U21-Europameisterschaft und seine dadurch bedingte kürzere Saisonvorbereitung. Mittlerweile ist der Ex-Clubberer aber wieder voll auf der Höhe und auch Covic bestätigte, dass der Neuzugang sein anfängliches Loch überwunden habe und mittlerweile "ganz nah dran" sei.


Wolf als Katalysator für das Offensivspiel


Um auch der Offensive der Herthaner, insbesondere auf den Flügeln, mehr Durchschlagskraft zu verleihen, erscheint auch ein Startelfeinsatz von Sommer-Neuzugang Marius Wolf als naheliegend. Der von Borussia Dortmund ausgeliehene Rechtsaußen hatte vor allem bei seinem Ex-Klub Eintracht Frankfurt eindrucksvoll unter Beweis gestellt, was für ein Dauerläufer er sein kann und wie er bei allem offensiven Tatendrang auch in der Defensive seinen Mann stehen kann.


Dieser unbändige Einsatzwille ging dem Spiel der Berliner bislang zu häufig ab und daher könnte sich auch der 24-Jährige als wichtiges Puzzlestück erweisen. In den letzen Trainingseinheiten soll der gebürtige Coburger zumindest schon einmal richtig Vollgas gegeben haben und daher könnte auch Wolf gegen die Mainzer endlich von der Leine gelassen werden. ​