​Am kommenden Samstag gastiert ​Bayer 04 Leverkusen bei ​Borussia Dortmund. Tabellarisch spielt der Vierte gegen den Fünften - und ausnahmsweise ist Leverkusen mal vor dem BVB. Trotz des Tabellenplatzes wissen die Schwarz-Gelben momentan allerdings selber noch nicht so wirklich, wo sie gerade stehen. Einer optimalen Vorbereitung folgte ein wenig überzeugender Bundesligaauftakt - inklusive einer 3:1-Pleite bei Union Berlin. Bayer 04 könnte nun die Rolle des BVB-Krisenverursachers übernehmen.


Letzte Saison nach drei Spieltagen noch Tabellenletzter, nun Vierter. Als Leverkusener ist die aktuelle Tabellenregion schon sehr entspannend. Endlich ist man mal nicht der Idiot, der nichts auf die Reihe bekommt. Dennoch hätte, nein müsste man, statt sieben eher neun Punkte haben, da man beim 0:0 gegen Hoffenheim trotz drückender Überlegenheit kein Mittel fand, das Tor zu treffen. Doch es geht halt immer eine Spur besser. Die fehlenden Punkte kann man ja jetzt am Wochenende sammeln.


Bilanz Bayer 04 gegen Borussia Dortmund

SpieleSiege Bayer 04​Unentschieden​​Siege BVB
​80​27​22​31

Denn dann treffen zum 81. Mal Leverkusen und Dortmund in der Bundesliga aufeinander. Und obwohl das offensichtlich kein Jubiläum ist, möchte Leverkusen dennoch nach dem Spiel feiern. Warum? Weil man den BVB geärgert, genervt und schlussendlich in die Krise geschossen hat!

Die Borussia wirkt trotz eines Trainergenies Lucien Favre auf der Bank, trotz schlauer und hochklassiger Transfers im Sommer und trotz eines starken Kaders momentan nicht so, wie eine Topmannschaft wirken sollte. Nach der bitteren Niederlage gegen Union spürt man die Dortmunder Nervosität in der ganzen Liga. Man weiß nicht warum, ​aber der Motor stockt bei der Borussia.


Die ominöse breite Brust


Genau der richtige Zeitpunkt für Bayer 04, sich aus dem vertrauten Chemiewerk in Leverkusen hinauszuwagen und die große Welt des Fußballs mal auf den Kopf zu stellen. Nachdem die Werkself am ersten Spieltag noch extrem wackelte, schien man sich nun gefangen zu haben. Der Schritt zurück zum vertrauten 4-3-3-System tat dem Team gut (Memo an ​Peter Bosz: Bitte Samstag mit Viererkette spielen!!!).


Das gewachsene Selbstvertrauen, die hohe Spielerqualität und der Drang, auch mal was erreichen zu können, müssen am Samstag von allen Leverkusenern getragen werden. Denn der BVB ist verwundbar, wenn nicht schlagbar. ​Kevin Volland sprach im kicker davon, im Falle eines Sieges in Dortmund anschließend eine "breite Brust" zu haben. Jungs, ihr seid gut genug, um schon jetzt in jedes Spiel mit einer breiten Brust zu gehen.


Das ist es, was Leverkusen in den vergangenen Saisons oft fehlte: das bedingungslose Vertrauen in die eigene Qualität und die immerwährende Gier, als Sieger vom Platz zu gehen. Aus diesem Grund muss Leverkusen schon Samstag mit der Einstellung auf den Platz gehen, definitiv als Sieger das Spiel zu beenden und sich gar nicht mit den ganzen "Wenns","Abers" und "Vielleichts" auseinanderzusetzen. Die Mannschaft zeigt sich in den vergangenen Monaten bereits als Einheit und jetzt sollte sie sich schleunigst spurten, auch einheitlich den Willen nach Erfolg auf den Platz zu bringen.


Holt euch die drei Punkte!


Und die Motivation ist da. Auch wenn man möglichst auf die eigenen Schuhe schauen sollte, wer wäre nicht gern der Verein, der den BVB vollends auf die Boden der Tatsachen holt? Nachdem man in den vergangenen Saisons durch bittere Niederlagen und Spielerverkäufe (neben Julian Brandt u.a. Ömer Toprak oder Gonzalo Castro) schon genug Kredit nach Dortmund zahlen musste, sollte sich Leverkusen nun beim BVB eine ganz wichtige Sache zurückholen:


Den Status, ein absolutes Spitzenteam zu sein.