Am Samstag ist es wohl soweit: André Silva steht vor seinem Debüt bei Eintracht Frankfurt. Auf dem Neuzugang ruhen große Hoffnungen - doch die SGE-Fans täten gut daran, vorerst kleinere Brötchen zu backen.


FC Porto, AC Mailand, FC Sevilla und nun ​Eintracht Frankfurt: Die bisherigen Stationen von André Silva können sich durchaus sehen lassen, schließlich schaffen es nur die wenigsten 23-Jährigen, bereits solch namhafte Klubs in ihrer Vita stehen zu haben. Allerdings kann bzw. muss man diese Medaille auch von zwei Seiten betrachten.


Denn auf der anderen Seite muss man sich fragen, warum Silva in so jungen Jahren bereits zu seinem vierten Verein stößt. Die einfache Antwort lautet: Weil er den (zugegebenermaßen riesigen) Erwartungen an ihn bislang einfach noch nicht gerecht geworden ist.


Trotz Mega-Ablöse: AC Milan und Silva wurden nie warm miteinander


Beim AC Mailand wurde er 2017 als Heilsbringer gefeiert; die lobenden Worte von ​Cristiano Ronaldo, dass Silva sein legitimer Nachfolger sei, taten ihr Übriges. Doch die Rossoneri, die immerhin 38 Millionen Euro für den Angreifer bezahlt hatten, mussten schnell erkennen, dass Silva doch noch nicht so weit war, wie man es sich gerne gewünscht hätte. Vor allem seine oftmals lasche Körperhaltung und Ausstrahlung führten dazu, dass Milan nie warm mit ihm wurde - umgekehrt war dies vermutlich auch der Fall.


Der allgemeine Tenor ist, dass Silva ein spielstarker Mittelstürmer mit guter Technik und Torinstinkt sei. Kann man so unterschreiben. Nur: Man muss auch sehen, dass er häufiger mit sich selbst hadert, aufsteckt und es zudem nicht schafft, seinen Körper richtig bzw. geschickt in Zweikämpfen einzusetzen. Zwei Aspekte, die er in Zukunft definitiv verbessern muss - und die sicherlich einen großen Anteil daran haben, dass er weder beim AC Mailand noch beim FC Sevilla (wohin er 2018/19 ausgeliehen war) eine Zukunft hatte.


Was können die SGE-Fans also von dem Neuzugang mit dem klangvollen Namen und den vielen Vorschusslorbeeren erwarten? Wohl erstmal nicht zu viel, denn: Für Silva bedeutet der Wechsel nach Frankfurt nicht nur den vierten Klub in den letzten drei Jahren, sondern auch, dass er in dieser Zeit bereits in vier unterschiedlichen Ländern unterwegs war - sich jedes Mal auf eine neue Sprache und Kultur einzulassen, ist für solch einen jungen Menschen wie Silva sicherlich nicht einfach.


André Silva noch mit (zu) deutlichen Schwächen


Zudem wurde bei seinen letzten Stationen sehr deutlich, dass er (noch) nicht diese Granate ist, von der man vor drei Jahren gesprochen hat. Man darf nicht erwarten, dass Silva zur SGE wechselt und in kürzester Zeit die ​Bundesliga kaputt schießt - dazu waren seine vergangenen beiden Jahren einfach viel zu schwierig und seine Schwächen zu offenkundig.


Doch wenn man dem 23-Jährigen in Frankfurt Zeit gibt, ihm Vertrauen schenkt (was bei ihm wohl noch wichtiger ist als bei anderen Stürmern) und kontinuierlich auf ihn baut, dann wird man während seiner zweijährigen Leihe (und darüber hinaus?) noch viel Freude an ihm haben - mit zu großen Erwartungen darf man Silva allerdings nicht überladen. Denn das ging bereits in Mailand und Sevilla schief.