​Das große Ziel der letzten Saison wurde erreicht, nun soll auch in diesem Jahr wieder an der Leistungsgrenze gespielt werden. Der ​1. FC Köln hat nach dem Aufstieg hohe Ambitionen und will die Klasse in jedem Fall halten. Doch Sportchef Armin Veh äußerte Bedenken, die nicht unbedingt mit den Leistungen auf dem Platz zu tun haben.


Armin Veh hat in seiner bisherigen Zeit als Verantwortlicher im deutschen Fußball schon einiges gesehen. Seit fast 20 Jahren ist er als Trainer oder Sportchef im deutschen Oberhaus unterwegs und hinterließ bei jedem Vereinen einen bleibenden Eindruck. Vor allem beim Effzeh sorgte er dabei für neue Verhältnisse und erreichte aufgrund eines Neuanfangs den Wiederaufstieg nach nur einem Jahr.


Doch zufrieden ist er damit noch lange nicht, denn in Köln muss sich in nächster Zeit weiterhin einiges ändern. Im Interview mit dem kicker berichtet er, welche Baustellen der FC anpacken muss. Vor allem die Infrastruktur sei im Vergleich zu anderen Vereinen unterdurchschnittlich. Klubs wie ​Borussia Mönchengladbach durchlebten ähnliche Phasen, seien den Kölner nun womöglich aber für immer enteilt.


"Auf ewig? Das gibt es im Fußball nicht. Schauen wir uns den Werdegang der Borussia an seit dem Abstieg in die 2. Liga, mit der Relegation gegen Bochum 2011, die den Wendepunkt bedeutete. Seitdem hat die Borussia gute Transfers gemacht, etwas aufgebaut, viele gute Entscheidungen getroffen. An diesen Entscheidungen hängt alles. Triffst du gute, entwickelst du dich nach vorne. Und umgekehrt. Deshalb ist nichts ewig im Fußball. Es zählt immer nur das Hier und Jetzt. Fußball ist nicht für die nächsten 20 Jahre planbar", so Veh.


Köln muss den nächsten Schritt machen


Die Struktur rund um den Verein hat im Falle von Gladbach schnell nach einer Krise grobe Formen angenommen, die zum Erfolg führten. Etwas ähnliches erhofft sich Veh also in Köln, doch der Weg dahin wird sehr schwer: "Da hinken wir zum Teil sogar Zweitligisten hinterher. Und wenn wir es nicht schaffen, hier ein neues Nachwuchsleistungszentrum zu bauen und bessere Bedingungen für die Profis zu schaffen, dann werden wir auf Dauer nicht konkurrenzfähig sein. Das müssen wir so schnell wie möglich ändern.​"


Gladbachs Spielzeiten seit 2011


SaisonPunkteEndplatzierung
2011/12​​60​4
​2012/13​47​8
​2013/14​55​6
​2014/15​66​3
​2015/16​55​4
​2016/17​45​9
​2017/1847​​9
​2018/19​55​5

Im Gegensatz zu vielen anderen Klubs sei die Gewährleistung gewisser Standards nicht möglich. Optimale Trainingsbedingungen, ein Reha-Zentrum oder Hotels gibt es auf dem FC-Gelände nicht. Dafür fehlen vor allem die Gelder, doch ebenso spielt die Verteilung eine gewisse Rolle. Trotz der Ansprüche sieht Veh also eine gewisse Grenze nach oben, die bald erreicht werden könnte.


Klar ist allerdings, dass die Konkurrenz nicht schläft und ebenfalls für einen großen Wandel gesorgt hat. Die Gladbacher sind wie angeführt ein hervorragendes Beispiel, die ihre Chance in Zeiten der Not sahen. Genauso will es Veh machen und im besten Fall den Umbruch noch in dieser Saison antreiben. Denn auf Dauer hinkt der FC nicht nur hinterher, sondern ist komplett abgeschlagen.