Zum ersten Mal nach drei Jahren ist der VfL Wolfsburg wieder im internationalen Wettbewerb vertreten. Die Wölfe qualifizierten sich als Tabellensechster der abgelaufenen Saison auf direktem Wege für die Europa League und treffen in Gruppe I auf KAA Gent, AS Saint-Étienne und FK Oleksandria. Um die Erfolgschancen des VfL besser einordnen zu können, wirft 90min einen genaueren Blick auf die Gruppengegner.


Hier werden die Spiele übertragen: 

TerminPartie​Sender​
​19. September, 21 Uhr​VfL - FK OleksandriaDAZN​
​03. Oktober, 18:55 UhrAS St.-Étienne - VfL​DAZN​
​24. Oktober, 18:55 UhrKAA Gent - VfL​DAZN​
​07. November, 21 Uhr​VfL - KAA Gent​DAZN
​28. November, 18:55 UhrFK Oleksandria ​- VfL​DAZN
​12. Dezember, 21 UhrVfL - AS St.-Étienne​​DAZN

Aktuelle Form der Gegner


KAA Gent: Für den belgischen Erstligisten begann die Saison bereits mit der Europa-League-Qualifikation Ende Juli. Gegen den FC Viitorul (Rumänien), AEK Larnaka (Zypern) und HNK Rijeka (Kroatien) setzte sich die Mannschaft des Dänen Jess Thorup fast ungeschlagen durch, einzig im Rückspiel gegen Viitorul setzte es eine 1:2-Niederlage. In den Playoffs wartete mit Rijeka ein Gegner auf Augenhöhe, allerdings reichte ein 1:1-Remis im Rückspiel nach einem 2:1-Sieg vor heimischer Kulisse. 


In der Jupiler Pro League liegt Gent nach dem fünften Spieltag mit zehn Punkten auf dem fünften Tabellenplatz. Gegen Royal Mouscron setzte es am dritten Spieltag die erste und bislang einzige Niederlage (1:2), aktuell ist die KAA seit fünf Pflichtspielen ungeschlagen.


AS Saint-Étienne: Der Klub aus dem Osten Frankreichs qualifizierte sich als Tabellenvierter der Ligue 1 für die Europa League, erlebte allerdings einen holprigen Start in die neue Saison. Nach dem 2:1-Auftaktsieg über FCO Dijon bedeutete das 1:1 gegen Aufsteiger Stade Brest die erste Enttäuschung, noch dicker sollte es aber in den Duellen gegen den OSC Lille und Olympique Marseille kommen: Beide Male ging Saint-Étienne als Verlierer vom Platz, gegen Vizemeister Lille setzte es gar eine 0:3-Schlappe. Beim 0:1 in Marseille mussten zudem mit Jean-Eudes Aholou und Sergi Palencia zwei Mittelfeldspieler verletzt vom Platz.


FK Oleksandria: Mit drei Siegen und drei Niederlagen erlebte FK Oleksandria, der klangvollste Gegner dieser Europa-League-Gruppe, ebenfalls einen gemischten Start. Nach zwei Auftakt-Niederlagen gegen Shakhtar Donezk (1:3) und FK Mariupol (1:2) feierte der ukrainische Außenseiter zwei Siege gegen Olimpik Donezk und Zotya Luhansk (beide 2:1), nur um prompt mit 0:3 gegen Desna Chernihiv zu verlieren. Immerhin: Vor der Länderspielpause gab feierte Trainer Volodymyr Sharan einen 1:0-Auswärtserfolg bei Vorskla Poltava. 


Stärken und Schwächen der Gegner


KAA Gent: Unentschieden liegen Gent kaum. In der regulären Saison feierte die Mannschaft in der Liga 15 Siege, kassierte bei fünf Remis aber auch zehn Niederlagen und besaß mit 45 Gegentoren die schwächste Defensive der Top-Sechs. Mit 53 eigenen Treffern war die Offensive wiederum stark - noch besser waren nur der KRC Genk (63) und der FC Brügge (64). 

Birger Verstraete,Marco Reus

Birger Verstraete (l.) entschied sich im Sommer für den Sprung zum 1. FC Köln



Mit Birger Vertstraete, Anderson Esiti und Arnaud Souquet verlor der Klub aber gleich drei Stammspieler. Insgesamt kamen elf neue Akteure im Sommer dazu, 18 mussten auf der anderen Seite gehen. Die Mannschaft, die variabel im 4-3-1-2, 4-2-3-1 oder 4-4-2 spielen kann, hat sich früh gefunden und bietet Spiele mit hohem Unterhaltungswert. Bereits nach fünf Spieltagen steht Gent bei 13 Toren, aber auch schon bei sechs Gegentreffern.


AS Saint-Étienne: Taktisch bot Saint-Étienne unter Jean-Louis Gasset in der abgelaufenen Spielzeit ein variables Konzept an. Mal war die Elf in einem 4-2-3-1 aufgestellt, mal in einem 3-4-1-2, 5-4-1, 3-5-2 oder 3-4-3. Mit Ghislain Printat übernahm im Sommer Gassets Co-Trainer die Verantwortung, der Übergang fiel mit dem Blick auf die aktuelle Form aber nicht einfach, wenngleich die Ausfälle von Innenverteidiger William Saliba und Rechtsverteidiger Sergi Palencia die Umstände nicht vereinfachen. 


Das Steckenpferd der Mannschaft war in der Saison 2018/19 die Defensive. Mit 41 Gegentoren stellte Saint-Étienne den drittbesten Wert hinter dem OSC Lille (33) und Paris St. Germain (35), erzielte selbst 59 Treffer. Top-Scorer war Wahbi Khazri mit 13 Toren. 


FK Oleksandria: Oleksandria war in der abgelaufenen Spielzeit die dritte Kraft hinter Shakhtar Donezk und Dynamo Kiew. Im soliden 4-2-3-1 kassierte die Mannschaft von Juli bis Dezember vergangenen Jahres nur vier Niederlagen in der Premjer Liga, siegte in der Folge aber nur drei Mal. Auch die neue Saison zeigt: Konstanz ist in Oleksandria nicht vorhanden.


Auf diese Spieler gilt es zu achten:


KAA Gent: In der Offensive sorgen Jonathan David und Roman Yaremchuk für Torgefahr. Der 19-jährige David traf in der abgelaufenen Spielzeit 14 Mal und steht derzeit bei sechs Treffern. Auch Yaremchuk hat bereits sechs Tore auf dem Konto. In der Viererkette sticht Neuzugang Michael Ngadeu Ngadjui hervor. Der 1,90 große Innenverteidiger, einst für die Reserve des 1. FC Nürnberg unter Vertrag, wird Wout Weghorst vor Probleme stellen.


AS Saint-Étienne: Das Aushängeschild der Abwehr ist William Saliba. Der Innenverteidiger wurde für 30 Millionen Euro an Arsenal London verkauft, verbringt diese Saison aber noch in Frankreich. Im defensiven Mittelfeld ist Yann M'Vila der Herr der Lage, während Wahbi Khazri als Mr. Zuverlässig vor dem gegnerischen Tor gilt.

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 Top-Torjäger in Saint-Étienne: Wahbi Khazri



FK Oleksandria:​ Yevhen Banada und Kyrylo Kovalets sorgten in Oleksandria für die meisten Tore und sollen auch in diesem Jahr wieder Torgefahr ausstrahlen. Mit einem Marktwert von einer Million Euro ist Banada zeitgleich der wertvollste Spieler des Kaders.


Prognose


Insgesamt geht der VfL Wolfsburg als Favorit in diese Gruppe. Die AS Saint-Étienne ist auf dem Papier der stärkste Gegner, allerdings müssen sich Mannschaft und Trainer erst einmal zurechtfinden. Gent ist immer wieder für eine Überraschung gut, doch im Vergleich zu allen Gruppengegnern sind die Wölfe sowohl individuell als auch spielerisch überlegen. 


Die ersten Wochen der neuen Saison boten vielversprechenden Fußball, wenngleich es gegen den SC Paderborn nur zu einem Unentschieden reichte. Mit der richtigen Einstellung auf dem Platz sollte der Gruppensieg für Oliver Glasner und seine Schützlinge ein mehr als realistisches Ziel sein.