Die israelische Nationalmannschaft hat mit der Niederlage gegen Slowenien eine gute Ausgangslage in der EM-Qualifikationsgruppe verspielt. Nationaltrainer Andreas Herzog soll nach dem Spiel in der Kabine laut geworden sein - und sogar Spieler zum Weinen gebracht haben. Nun erklärte er, was wirklich passiert ist.


Der Frust saß tief bei der israelischen Nationalmannschaft. Mit der Last-Minute-Niederlage gegen Slowenien erfuhren die Träume auf eine Teilnahme an der Europameisterschaft im kommenden Jahr einen herben Dämpfer. ​Nationaltrainer Andreas Herzog soll nach dem Spiel in der Kabine ausgerastet sein, Tische zertreten und die Spieler zum Weinen gebracht haben.


Herzog: "Das passt gar nicht zu mir"


Dass das so nicht passiert ist, stellte Herzog nun gegenüber der Bild-Zeitung klar. "Es ist doch Schwachsinn, dass ich da einen Tisch zertreten haben soll und die Spieler zum Weinen gebracht hätte. Welcher Spieler würde denn weinen, wenn der Trainer mal Kritik übt? Keiner! Und warum sollte ich einen Tisch zertreten? Das passt gar nicht zu mir", betonte der Österreicher, der nach seinem vermeintlichen Ausraster in der medialen Kritik stand.


Herzog sei zwar emotional und laut geworden, widersprach jedoch den teils heftigen Berichten: "Ich bin nach den Presse-Gesprächen in die Kabine gekommen, dort hat unser Technischer Direktor, Willi Ruttensteiner, gerade zu den Spielern gesprochen. Ich habe dann eine Minute lang der Mannschaft deutlich gesagt, dass wir mit einer Niederlage niemals zufrieden sein können. Ganz egal, ob unser Spiel gut oder schlecht war. Wir müssen das langsam mal in die Köpfe bekommen. Wir führen 2:1, spielen weiterhin ,Hurra, die Gams‘ und kassieren zwei Tore – das geht so nicht."


EM-Quali: Israel muss gegen Österreich und Polen punkten


Der ehemalige ​Bundesliga-Spieler (Werder Bremen, Bayern München) ist seit dem 1. August 2018 Trainer der israelischen Nationalmannschaft. Seine bisherige Bilanz: fünf Siege, zwei Unentschieden und fünf Niederlagen. Das ist ordentlich bis sehr gut, schlug Herzogs Mannschaft doch unter anderem Größen wie Schottland oder Österreich. Dementsprechend tief saß der Frust nach der 3:2-Niederlage gegen Slowenien.


"Ich war schon laut und emotional. Ganz klar", gestand Herzog. "Ich kann es einfach nicht mehr hören, dass wir den besten israelischen Fußball der letzten 20 Jahre spielen – und trotzdem verlieren. Wir betreiben einen riesigen Aufwand, spielen phasenweise überragend – und stehen dann mit leeren Händen da." Mit einem Sieg (zwischenzeitlich führte das Team von Herzog mit 2:1) wäre Israel an Slowenien und Österreich vorbeigezogen und würde hinter Polen auf dem zweiten Platz stehen. Nun muss Herzogs Team gegen die Favoriten Polen und Österreich Punkte sammeln.