​In Zeiten des modernen Fußballs, mit immer größeren Vermarktungen und Ausgaben, steht der ​SV Werder Bremen vor einem großen Problem. Denn die Politik im Bundesland Bremen macht dem Verein einen Strich durch die Rechnung, wenn es um die Beteiligung an Polizeikosten geht. Der Schein trügt dabei nicht: der deutsche Fußball ist diesbezüglich mehr als zerstritten.


Es herrscht Streit zwischen der Deutschen Fußball Liga und dem SV Werder Bremen. Der Grund? Seit mehr als einem Jahr sträuben sich beide Parteien davor, die Polizeikosten für gewisse Hochsicherheits-Spiele im Bremer Weserstadion zu zahlen. Dabei wird aktuell über mehrere Gebührenbescheide diskutiert, die in den letzten Jahren angefallen sind. Die DFL will den SVW aber an den Kosten beteiligen, zum Unverständnis vieler Anhänger und Verantwortlichen.


Momentan geht es um eine Summe von etwa 1,17 Millionen Euro. Der Grund, wieso Werder einen Teil der Kosten tragen könnte, ist klar. Schuld ist nämlich die Politik im kleinsten Bundesland Deutschlands, die eine Teilhabe an den Zahlungen von Seiten der Stadt nicht gewährleistet. Im März entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass die Beteiligung des Klubs an den Kosten rechtmäßig ist. Nun soll Werder für diese Polizeikosten also blechen, im schlimmsten Fall könnte die DFL die komplette Summe verlangen.


Dieser Umstand ist für die Grün-Weißen natürlich nicht zu tragen, Präsident Dr. Hubertus Hess-Grunewald äußerte sich empört: "Mit ihrer Ankündigung, die Rechnungen zu zahlen und weiterzuleiten, folgt die DFL dem Wortlaut des Bremer Gebührengesetzes und leitet die Kosten an die beiden Veranstalter weiter. Es wird einmal mehr deutlich, dass entgegen der Verlautbarungen der Initiatoren des Gesetzes der SV Werder Bremen großen finanziellen Schaden nimmt und einen nicht unerheblichen Wettbewerbsnachteil erfährt", so der 58-Jährige.


Nachteilige Politik und fehlende Lösungen der DFL


Somit bleiben die Kosten an den momentan vier diskutierten Spielen am SVW hängen. Doch der Grund für die Wettbewerbsverzerrung ist der einfach Umstand, dass dies in keinem anderen Bundesland in dieser Form vonstatten geht. In Bayern oder Nordrhein-Westfahlen ​sind solche Gesetze nicht vorgesehen. Die Bremer Politiker wollen die Gelder allerdings lieber für eigene Zwecke verwenden, was Werder in eine schwierige Situation bringt.


Denn gegenüber den anderen Vereinen sind diese Zahlungen eine erhebliche Einbuße im ohnehin schon kleinen Etat. Dabei ist nicht verständlich, wieso das Land Bremen überhaupt eine solche Verteilung fordert. Immerhin ist der Fußballklub mit knapp 320 Millionen Euro im Jahr einer der größten Geldbringer für die Stadt. Die Verantwortlichen von Werder zeigen sich  deshalb äußerst enttäuscht.


Doch auch von der DFL erwartet sich Werder mehr, als nur die stumpfe Zahlungsforderung. Denn dass der SVW als einziger Bundesligist an solchen Spielen beteiligt wird, kann kaum im Sinne der fairen Wettbewerbsgestaltung und damit im Sinne der DFL sein. Trotzdem wurde bisher keine andere Lösung gefunden, obwohl durchaus auf eine Alternative zurückgegriffen werden könnte.


Bundesliga muss sich solidarisch zeigen


Nicht nur der SVW, sondern auch andere Vereine könnten im Sinne des Sports an solchen Kosten beteiligt werden. Würden alle 36 Klubs aus ​Liga Eins und ​Zwei in einen Pool ​einzahlen, könnten solche speziellen Kosten immer wieder so finanziert werden. Theoretisch könnte dies bedeuten, dass Vereine aus der ersten Liga beispielsweise 200.000 Euro im Jahr einzahlen, bei weiteren 75.000 Euro von den Zweitligisten kommen jährlich fast fünf Millionen Euro zusammen.


Insgesamt sind diese Summen für jeden Verein stemmbar und könnten im Notfall im eigenen Fall nützlich werden. Doch noch ist die DFL weit davon entfernt, eine solche Zusammenarbeit einzuführen. Doch vor allem im Sinne des Wettbewerbs und aus Respekt gegenüber benachteiligten Vereinen, wäre die Unterstützung definitiv angebracht. Denn auf Dauer schaden diese Vorfälle einem Verein enorm; besonders im Fall von Werder, gerät viel Tradition in Gefahr.


Ob es jemals zu einer solchen solidarischen Lösung kommen wird, bleibt fraglich. Zu wichtig sind die eigenen Interessen der Klubs, die einer Schwächung der Konkurrenz nie abgeneigt sind. Die Situation in Bremen zeigt allerdings, dass jeder Verein durch fremdes Verschulden vor großen Problemen stehen kann. Dagegen sollte sich der deutsche Fußball wehren und auf eine innovative Zukunft setzen.