Nach viereinhalb Jahren im Trainer-Amt bei ​Hertha BSC war es für Pal Dardai an der Zeit, sich eine Auszeit zu nehmen. Geplant sei ein Wiedereinstieg in der Jugend-Akademie des Vereins im nächsten Jahr - doch auch erneut als Bundesliga-Trainer zu arbeiten, kann er sich vorstellen - auch wenn er aktuell nicht den Wunsch verspürt.


"Die Pause ist das Beste, was mir passieren konnte", sagte Pal Dardai im Interview mit dem kicker zu seiner Auszeit aus dem Fußball-Geschäft. Schon im Sommer vor seiner letzten Saison habe er "Müdigkeit verspürt" und mit Michael Preetz darüber gesprochen, dass "eigentlich die Zeit für eine Veränderung gekommen ist." Gesagt, getan. 


Dardai bei Hertha mit langer Spieler- und Trainerkarriere


Viereinhalb Jahre sind eine lange Zeit, vor allem für einen Bundesliga-Trainer in einem einzigen Verein - das schaffen heute nur noch sehr wenige Leute. Auch wenn man Dardai immer automatisch mit dem Hauptstadtklub in Verbindung bringt (u. a. auch Rekordspieler in der Bundesliga), sei es für ihn alles andere als ausgeschlossen, auch mal bei einem anderen Verein zu arbeiten: "Ich denke schon, dass das funktionieren würde." 


Dennoch betonte Dardai, dass er nicht das Verlangen habe, direkt wieder einzusteigen. "Ich habe nicht das Gefühl und den Wunsch, morgen wieder als Trainer anzufangen", gibt der 43-Jährige an. Das Thema Nationalmannschaft sei jedoch vom Tisch: "Ich bin ein Typ für die Tagesarbeit. [...] Ich werde nicht mehr als Nationaltrainer arbeiten - weder in Ungarn, noch in einem anderen Land."


Dardais Trainerleistungen in der Bundesliga

SpieleSiegeRemisNiederlagenPunkte geholtPunkte-Schnitt
​151​54​40​57​202​1,34 pro Spiel


Bei der Hertha heißt ​sein aktueller Nachfolger Ante Covic und der Saisonstart hätte - bis auf das Unentschieden gegen Bayern München - besser laufen können. Auch wenn Covic, wie Dardai auch, aus dem Verein kommt, empfindet der Ungar etwaige Vergleiche als unpassend. "Ante ist ein Prototyp der Hertha-Trainerausbildung, das war ich nicht", so Dardai, der seine Trainerscheine im Heimatland Ungarn gemacht hat. "Ich habe eine andere Geschichte als Ante." Kontakt habe es zwischen den beiden nicht gegeben, was auch nicht unbedingt wichtig sei, wie er erklärte: "Er kennt die ganze Mannschaft und alles im Verein."