​Und plötzlich ist er auch noch Nationalspieler. Jeremy Dudziak (24), Ex-Paulianer und Neu-HSVer, erlebt gerade eine turbulente Phase seiner noch jungen Karriere. Erst letzten Freitag debütierte der Sohn eines tunesischen Vaters und einer deutschen Mutter für das Land seiner Väter. Und in nicht mal mehr einer Woche steht seine "Rückkehr" ans Millerntor an. 


Nach Länderspielen für Tunesien wartet das Hamburger Derby


Ein Gang, der für Dudziak schwierig werden könnte. Noch immer sind die Schmähplakate vom "kleinen Nordderby" zwischen dem FC St.Pauli und Holstein Kiel aus der letzten Saison in frischer Erinnerung. Kurz zuvor hatte der HSV den (ablösefreien) Wechsel Dudziaks bekanntgegeben. ​Und die "Fans" des Kiez-Klubs ließen dann auch kein gutes Haar an dem Mittelfeldspieler. Gegenüber der Mopo erinnert sich Dudziak: "Was damals mit den St.-Pauli-Fans passiert ist, hat mir weh getan. Aber es ist vorbei, jetzt bin ich beim HSV." 


Alles vergessen? Wohl kaum. Mit entsprechend mulmigem Gefühl geht Dudziak in das Derby am kommenden Montag (20.30 Uhr). 


Wegen HSV-Wechsel: Wieder Schmähungen gegen Dudziak?


"Ob die St.-Pauli-Fans etwas geplant haben, kann ich nicht beurteilen", sagt er. 

Angst jedoch verspüre er keine. "Es ist grundsätzlich schlimmer, wenn du von den eigenen Fans ausgepfiffen oder beleidigt wirst. In diesem Fall wären es dann ja die gegnerischen Fans, das wäre nicht so schlimm", sagt er schon beinahe trotzig. 


Im Idealfall haben Beleidigungen eigentlich nirgendwo was verloren - weder bei eigenen noch bei gegnerischen Fans. Rivalität, auch bis zu einem gewissen, im Rahmen bleibenden Extrem (scheinbarer Widerspruch!) - ja, fehlender Respekt - nein! Nochmals an alle, die vielleicht irgendwas geplant haben, was in die Richtung der Geschehnisse vom Frühjahr geht.