​Jatta, Jatta - immer wieder Jatta: Die Affäre um die dubiose Berichterstattung seitens der Sportbild rund um vermeintlich falsche Angaben des Spielers bezüglich seiner Identität und seines Alters hielt über einen Monat lang nicht nur den ​Hamburger SV in Atem. Und kaum war die Posse per behördlichem Verwaltungsakt beendet, preschte U21-Nationaltrainer ​Stefan Kuntz mit dem Vorschlag vor, Jatta einzubürgern, um ihn ins deutsche Nachwuchsteam berufen zu können.


Kuntz-Vorstoß sicher lieb gemeint, aber...


Doch da wusste der Europameister von 1996 eventuell noch nicht um die behördlichen Schwierigkeiten bei diesem Unternehmen. Sehr offensiv hatte Kuntz vergangene Woche das Wort ergriffen. "Ich würde gerne versuchen, Bakery bei der Einbürgerung zu helfen, weil ich ihn von der U21 überzeugen möchte." 


Das hat erstmal alle überrascht. Dieser Schritt kam sicher etwas zu früh. Schon aufgrund der ganzen Polemik der Vorwochen, hat er dem Spieler sicherlich keinen Gefallen getan, ihn gleich in die nächste nationale Diskussion zu bringen. Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint. 

Auch sportlich kann man vielleicht anderer Meinung sein. Wobei ​Bakery Jatta zweifellos ein gewisses anarchisches, unvorhersehbares Element in das Spiel einer jeden Mannschaft bringt. 

Doch jetzt scheinen es vor allem administrative Hürden zu sein, die einer schnellen Einbürgerung Jattas im Weg stehen. 


Chatzialexiou eher skeptisch


In diesem Licht ist die Aussage von Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter Nationalmannschaften beim DFB (was es alles für Posten da gibt!) zu verstehen, die er gegenüber dem kicker kundtat: "Jatta ist aktuell nicht unser Thema. Es steht noch ein langer behördlicher Prozess an, den er wie jeder andere zu durchlaufen hat. Es ist nicht absehbar, wann er abgeschlossen sein wird." 

Das Fachblatt berichtet in diesem Zusammenhang, dass der Verband selbst auch nur wenig Einfluss auf diese behördliche Entscheidung nehmen kann. 


Und dann wären da ja noch die FIFA-Statuten. Denen zufolge muss ein Spieler für seine Einbürgerung nach seinem achtzehnten Geburtstag (also im konkreten Fall der 6.Juni 2016) fünf (!) Jahre ununterbrochen auf dem Gebiet des aufnehmenden Verbandes gewohnt haben. Stichtag wäre dann sozusagen der 6. Juni 2021. Entsprechend würde die Zeit knapp werden. Denn die nächste U21-Europameisterschaft findet Mitte Juni 2021 in Ungarn und Slowenien statt. 


Ach, übrigens: Wir alle warten immer noch auf eine Entschuldigung seitens der oben genannten "Zeitung"!