Der ​Hamburger SV galt lange Jahre (oder schon Jahrzehnte) als No-go-Area für deutsche Talente. Wer dahin geht, macht sich die Karriere kaputt, hieß es hinter vorgehaltener Hand. Doch seit einiger Zeit (nicht erst seit diesem Mai) scheint sich der Wind im Norden zu drehen. Ablesbar an den Berufungen für die jeweiligen Nachwuchsmannschaften des DFB unter der Woche. 


Fein "beerbt" Jung in der U21


Zwar läuft Gideon Jung seit geraumer Zeit seiner Form hinterher und auch nicht mehr im Trikot der U21-Mannschaft auf - aber das hat reglamentarische Gründe. Jung ist dem Nachwuchsbereich im DFB schlicht entwachsen (Jahrgang 1994). Übermorgen wird er 25. Doch schon steht ein neuer HSV-Akteur in Deutschlands höchstrangiger Nachwuchsmannschaft: ​Adrian Fein zog auch bei seinem Debüt für die U21 gegen Griechenland (2:0) gekonnt die Fäden. Mit der kicker-Note 2,5 war er sogar einer der leistungsstärksten Spieler. 


Viermal HSV in der U20


Gleich vier HSV-Akteure tummelten sich in der U20: zwei auch im aktuellen Kader der Rothosen vertretene Spieler (Jonas David und Josha Vagnoman) sowie die verliehenen Manuel Wintzheimer (bis Saisonende beim VfL Bochum auf Torejagd) und ​Aaron Opoku (Hansa Rostock). Wintzheimer konnte sogar im Spiel gegen die Tschechen (4:2) treffen. Opoku gelang die Vorlage zum Endstand.


Und auch in der U17 gab es HSV-Präsenz: gegen Belgien stand Arlind Rexhepi immerhin eine gute halbe Stunde auf dem Feld, wenngleich auch er an der 0:2-Niederlage nichts ändern konnte.


Ingesamt jedoch ein äußerst erfreuliches Bild, das die momentane Jugendarbeit beim HSV abgibt. Wenn es jetzt auch noch gelingt, alle diese Spieler mittel-bis langfristig in den Profi-Kader des HSV einzubauen, kann der eingangs zitierte Spruch wohl zu den Akten gelegt werden.