​Zum Bedauern von einigen Anhängern von ​Eintracht Frankfurt startet Sonny Kittel bei seinem neuen Arbeitgeber ​Hamburger SV derzeit richtig durch. Zu tief sitzt der Stachel, dass das einst so hochgelobte Ausnahmetalent bei den Hessen nie den absoluten Durchbruch gepackt hatte. Teilt man die Einschätzung des ehemaligen Eintracht-Chefs ​Heribert Bruchhagen, lag dies an der fehlenden Strenge seiner ehemaligen Lehrmeister.


Der heute 26-jährige Mittelfeldspieler hatte in jungen Jahren im Nachwuchs der Frankfurter für Furore gesorgt - sein ganzes Potenzial zeigte er bereits im Frühjahr 2010, als er die U17 der Frankfurter zum Gewinn der deutschen Meisterschaft führen konnte. Bereits im Januar 2011 wurde der Shootingstar dann bereits in die Profimannschaft hochgezogen.

Heribert Bruchhagen

Heribert Bruchhagen nimmt seit jeher kein Blatt vor den Mund



Dauerhaft durchsetzen konnte sich der Spielmacher bei den Hessen aber nie - und das, obwohl er nach Ansicht des früheren Vorstandbosses Heribert Bruchhagen über ein schier unglaubliches Potenzial verfügte. "Kittel war der beste Nachwuchsspieler, den wir hatten. Er war beidfüßig, hatte eine fließende Bewegung bei der Ballan- und -mitnahme", so der 71-Jährige gegenüber der BILD.


Nachwuchsarbeit von Eintracht Frankfurt am Pranger


Nicht von der Hand zu weisen ist dabei, dass Kittel in seiner Zeit in Frankfurt immer wieder von äußerst hartnäckigen Verletzungen ausgebremst worden war. So verpasste er in seiner Zeit in Frankfurt aufgrund von Kreuzbandrissen und Knorpelschäden sage und schreibe 130 Pflichtspiele.


Den verpassten Durchbruch bei den Adlern einzig und allein auf die körperlichen Beschwerden des ehemaligen deutschen U20-Nationalspielers zurückzuführen, wäre für Bruchhagen aber zu kurz gegriffen. Vielmehr monierte der Fußballfachmann den damaligen Umgang mit dem Riesentalent: "Er ist mir zu früh zu sehr gefeiert worden. Ich hätte ihn strenger erzogen."


Kittel beim HSV so stark wie nie


Bereits 2016 erkannten sowohl die Eintracht als auch Kittel selbst, dass eine weitere Zusammenarbeit wenig zielführend wäre und daher wurde der Youngster für gerade einmal 500.000 Euro Ablöse an den FC Ingolstadt abgegeben. Im Trikot der Schanzer mauserte sich das ewige Talent endlich zu einem gestandenen Profi und machte schlussendlich den Hamburger SV auf sich aufmerksam.


Das Spielerprofil von Sonny Kittel:

​PositionOMF​
​Alter​26
​Marktwert​2 Mio. Euro
​Vertragslaufzeit​30.06.2023
​Profi-Spiele​158
​Profi-Scorerpunkte​57

(Marktwert laut transfermarkt.de)


Als Kittel dann in diesem Sommer den Sprung zu den Hanseaten wagte, waren sich dennoch nicht alle Experten sicher, ob dem gebürtigen Gießener im zweiten Anlauf bei einem echten Traditionsverein der Durchbruch gelingen würde. Nach fünf Spieltagen in Liga Zwei lässt sich diese Frage nur mit einem klaren Ja beantworten, ist der ehemalige Frankfurter bei den Rothosen doch der ​absolute Dreh-und Angelpunkte in der Offensive.


Gelingt es dem Mittelfeldspieler, seine starke Frühform zu konservieren, stehen die Chancen nicht schlecht, dass es im kommenden Jahr in der Bundesliga zu einem Duell mit seiner alten Liebe kommen wird.