Vor wenigen Jahren galt Martin Ödegaard als das größte Jugendtalent im europäischen Fußball. Mit nur 16 Jahren wechselte er von Norwegen aus zu ​Real Madrid- von diesem Deal profitierte auch Ödegaards Vater kräftig mit: Er bekam einen Job als Jugendtrainer der Königlichen, mit sattem Gehalt!


Wie das Football-Leaks-Team um Rafael Buschmann offenlegte, ist Hans Erik Ödegaard - der Vater vom damals (2015) angeblich größten Jugendtalents im europäischen Fußball, Martin - alles andere als der Saubermann, als der er sich während des Transfers im Bezug auf Steuervermeidung präsentiert hat. 


Von wegen Saubermann - verstecktes Honorar als Jugendtrainer


Wie das Team nun berichtet, bekam Vater Hans Erik im Zuge des Transfers einen sogenannten "Professional Sports Employment Contract", mit dem er als Jugendtrainer der U11-Mannschaft Madrids angeheuert wurde. Doch nicht nur das: Das Gehalt, was per Vertrag mit dem Job verbunden war, ist alles andere als ein gewöhnlicher Lohn. 


Der Vertrag zog sich über drei Jahre, mit dem Laufzeitende 30. Juni 2018. Darin war ein Jahresgehalt von 100.000 Euro geregelt - soweit wenig überraschend, doch der Teufel steckt im Detail: Außerdem galt eine Prämie von satten drei Millionen Euro, die 30 Tage nach Vertragsunterschrift zahlbar wurden. Mit umgerechnet 957.143 Euro Gehalt pro Saison war Ödegaards Vater sogar deutlich besser bezahlt als Zinedine Zidane, der zu dem Zeitpunkt für rund 600.000 Euro im Jahr die U23 Madrids trainierte. 


Wie ebenfalls berichtet wird, ließen sich derartige Unter-Deals eher nicht mit den FIFA-Regularien für den Schutz von Minderjährigen vereinbaren. Durch solche zusätzlichen Abmachungen werden immer häufiger Transfers abgesichert, und das Engagement von Hans Erik Ödegaard war und ist nicht der letzte Fall, bei dem Verwandte von Spielern an den Verein gebunden werden.


Anfragen werden nicht beantwortet, so das Football-Leaks-Team vom Spiegel. Es sei offensichtlich davon auszugehen, dass der Trainerjob schlicht eine (weitere) Honorarzahlung im Zuge des Transfers seines Sohnes war. Ein weiteres Beispiel, wie weit die (großen) Fußballklubs im modernen Business gehen, um sich Vorteile zu erschaffen.