Über die Länderspielpause sind auf ​Schalke alle Spieler aus ihren Verletzungspausen zurückgekehrt. Langzeitausfälle wie Mark Uth oder Rabbi Matondo haben bereits Spielpraxis gesammelt, sodass David Wagner in den kommenden Wochen die volle Flexibilität des S04-Kaders zur Verfügung steht - so könnte seine Wunsch-Startelf aussehen.


Zu Beginn der aktuellen Saison musste Schalke beim Gastauftritt bei Borussia Mönchengladbach sogar ein paar Plätze auf der Auswechselbank freilassen, so viele Spieler fielen noch aus. Nun kommen nach und nach alle zurück. 


Ozan Kabak spielte letzten Freitag beim ​Test gegen Viktoria Köln, Alessandro Schöpf und ​Mark Uth sammelten bereits vorher bei der U23 Spielpraxis, Rabbi Matondo konnte ebenfalls wieder spielen, auch Jonas Carls ist wieder einsatzbereit. Von "Luxusproblemen" oder "der Qual der Wahl" ist deshalb nun häufig zu lesen, weil Wagner nun tatsächliche Alternativen zur bisherigen Aufstellung hat. 


Genesung an vielen Stellen - aber noch keine 90 Minuten gegen Paderborn


Doch was bleibt davon? Fakt ist auch, dass beim nächsten Spiel, am kommenden Sonntag gegen den SC Paderborn, noch nicht alle die volle Distanz über 90 Minuten spielen können. Rabbi Matondo wird dafür noch nicht wieder fit genug sein, auch ein direkter Einsatz von Neuzugang Juan Miranda ist (leider) noch nicht wirklich denkbar. Wirklich aus dem Vollen schöpfen wird Wagner erst nach dem Paderborn-Spiel.


Das präferierte 4-2-3-1 System wird bleiben. Mittlerweile ist man halbwegs darauf eingespielt und es gibt keine deutlichen Anzeichen, dass die Mannschaft mit der Formation nicht klarkommen würde. Bis auf Alexander Nübel im Tor wird eigentlich jede Position offen sein. Geht man nach aktuellen Leistungen, hat Jonjoe Kenny seinen Platz als Rechtsverteidiger sicher. Die Innenverteidigung hingegen ist völlig offen, dort wird viel nach Trainingseindrücken entschieden. Mit Kabak, Matija Nastasic und Salif Sané kann Wagner drei starke Spieler aussuchen - die größeren Chancen dürften aktuell Kabak und Nastasic haben.


Auf Links wird es eine Frage der Zeit sein, wann Wagner auf Miranda setzen kann. Er verkörpert das Profil des erhofften Linksverteidigers, der auch offensiv denkt und agiert. Doch ist er immerhin erst wenige Wochen da und mit 19 Jahren auch alles andere als ein routinierter Bundesliga-Spieler. Dennoch wird man ihn so bald es geht einsetzen, damit auch dieses Rad im System richtig greift.


Viele Optionen auf der Doppelsechs: Duell zwischen Stambouli und Mascarell


Die Doppelsechs bietet, ähnlich zur Innenverteidigung, viele verschiedene Konstellationen. Mit Omar Mascarell, Benjamin Stambouli, Weston McKennie, Suat Serdar, Nassim Boujellab und Levent Mercan hat man fünf Spieler zur Verfügung. In dem Spielsystem ist es eher vorgesehen, einen defensiv starken Sechser zu haben, der absichert und aufbauen kann, und einen, der das Spiel lenken und auch die Offensiv-Spieler einsetzen kann. 


So werden sich Mascarell und Stambouli vermutlich um die eine Rolle streiten, und Weston McKennie und Suat Serdar um die andere. Geht es nach der aktuellen Form, wo man als Außenstehender nicht auf die Eindrücke aus dem Training zurückgreifen kann, sollte aktuell Mascarell vor Stambouli stehen, wenn auch nur knapp. Daneben wird jedoch ein offener Zweikampf erwartet, in dem McKennie zuletzt mit mehr Einsatzzeiten den kleinen Vorteil haben dürfte.


Schalke: Mut in der Offensive?


Die offensive Dreierreihe setzt sich je nach dem Mut Wagners zusammen. Amine Harit ist zurzeit gesetzt, nur ein starker Leistungsabfall könnte ihm in seiner aktuellen Form in die Quere kommen. Rechts könnte Daniel Caligiuri Platz für Matondo machen, der auf der Position zu Hause ist und mit mehr Tempo daherkommt. Sollte der Knoten bei Benito Raman noch platzen, wird er weiterhin auf der linken Seite spielen. Alternativ wäre auch Kutucu auf der Außenbahn einsetzbar.


Im Sturm sollte dann Mark Uth stehen. Er passt eher zum Tempo-Fußball Wagners als Guido Burgstaller, ist in seiner Normalform auch torgefährlicher und spielstärker als der Österreicher. 


Sollten sich die jeweiligen Spieler also ordentlich einspielen bzw. auf ihrem aktuellen Niveau bleiben, kann Wagner eine junge, frische und motivierte, aber auch in der defensive sichere Mannschaft auf den Platz schicken.