​Vor dem 4. Spieltag belegt ​Eintracht Frankfurt einen ordentlichen siebten Tabellenplatz. Als gelungen kann der Saisonstart aber vor allem daher bezeichnet werden, da den Hessen der Einzug in die ​Europa-League-Gruppenphase gelungen ist. Um den Strapazen einer Mehrfachbelastung gewachsen zu sein, gehen die Adler seit dieser Spielzeit in medizinischer Sicht neue Wege.


Die sportliche Führung der Eintracht rund um Cheftrainer Adi Hütter will in dieser Saison nichts dem Zufall überlassen. Um die Abläufe beim Traditionsverein weiter zu professionalisieren, holten die Frankfurter mit Dr. Florian Pfab in diesem Sommer einen neuen Mannschaftsarzt ins Boot. Der 43-Jährige und seine Kollegen legen dabei viel Wert darauf, mögliche Verschleißerscheinungen bei den Spielern bereits im Ansatz zu erkennen.

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Dr. Pfab gilt als absoluter Experte auf seinem Gebiet


Wie die BILD in Erfahrung gebracht hat, machen sich die Ärzte der Eintracht seit dieser Saison die Mühe, unmittelbar nach jeder Partie jeden einzelnen Spieler zu untersuchen. So sollen vor allem Muskelbeschwerden, aber auch andere aufkommende Verletzungen, möglichst früh erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. In der Vergangenheit waren die Spieler zumeist erst am Folgetag untersucht worden.


Hütter beweist gutes Händchen


Da am Ende des Tages der Trainer die Entscheidungsgewalt darüber hat, welcher Spieler wie oft zum Einsatz kommt, wird es in den kommenden Wochen aber vor all​em auch wieder auf das gute Gespür von Adi Hütter ankommen. Für seine bisherige Belastungssteuerung erntete der österreichische Fußballlehrer von seinem Sportdirektor Bruno Hübner bereits viel Lob. "Wir haben in Spielen wie bei Leipzig oder gegen Düsseldorf hinten raus zulegen können", so der 58-Jährige laut dem Boulevardblatt.


Als Vorteil hat sich zudem erwiesen, dass die meisten Spieler der Eintracht bereits in die zweite Hütter-Saison gehen und daher wussten, was in der Saisonvorbereitung auf sie zukommt. Auffällig soll dabei gewesen sein, dass viele Profis deutlich fitter und ausgeruhter in die neue Spielzeit gestartet waren.


Stresstest bis Ende Oktober


Ob der Kader der Adler wirklich so belastbar ist, wie bislang angenommen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Allein bis Ende Oktober stehen für die Hessen sage und schreibe zehn Pflichtspiele an, darunter Kracher wie das Europa-League-Gruppenspiel gegen den FC Arsenal oder die Ligaspiele gegen Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach.

Adi Hutter

Coach Adi Hütter muss bei allen Spielern den Überblick behalten


Auch Hübner weiß, um die Schwere dieser Aufgabe und erklärte, dass er durchaus zufrieden wäre, wenn die Frankfurter nach dieser Belastung in der Liga auf einem einstelligen Tabellenplatz liegen würde. Wer den Ehrgeiz von Hütter und seinen Schützlingen kennt, weiß, dass die Mannschaft diese vorsichtige Zielsetzung gerne bei weitem übertreffen würde. 


Allzu große Verletzungen kämen dabei äußerst ungelegen, auch wenn der Kader der Frankfurter vor allem in der Breite verstärkt werden konnte.​ Bislang blieben die Hessen mit Ausnahme von Sommer-Neuzugang Djibril Sow und Altmeister ​Marco Russ von großen Rückschlägen verschont. Da die SGE mit Benjamin Sommer auch einen neuen Reha-Trainer für sich gewinnen konnten, sollten auch diese beiden nach ihren Leidenszeiten in der Lage sein, ihren Teil zum Erfolg beizutragen.