​Die Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 ist in vollem Gange. Bis Mitte November gehen in den zehn Gruppen die restlichen Qualifikationsspiele über die Bühne. Die ​großen EM-Favoriten sind derzeit auf Kurs und leisteten sich bislang nur vereinzelt Niederlagen. In den vergangenen Jahrzehnten scheiterte so manches Schwergewicht kläglich in der Qualifikation oder leistete sich gegen Fußballzwerge blamable Ausrutscher.


EM 1968

Die Europameisterschaft 1968 ist bislang das einzige große Turnier, für das sich Deutschland nicht qualifizieren konnte. Mitte Dezember 1967 war der amtierende Vizeweltmeister gegen Fußballzwerg Albanien gefordert. Die Mannschaft von Bundestrainer Helmut Schön kam allerdings nicht über ein torloses Remis hinaus und verpasste damit die Qualifikation. Die blamable Vorstellung ging als "Schmach von Tirana" in die Geschichte ein.


EM 1984

Bei der Endrunde in Frankreich fehlten mit Italien und der Niederlande gleich zwei große Fußballnationen. Während die Elftal in der Gruppe 7 Spanien knapp den Vortritt lassen musste, enttäuschte Weltmeister Italien auf ganzer Linie. In der Gruppe 5 reichte es für die Azzurri hinter Rumänien, Schweden und der Tschechoslowakei nur zu Platz vier.


EM 1988

Vier Jahre nach dem Titelgewinn im eigenen Land scheiterte Frankreich in der Qualifikation zur EM in Deutschland kläglich. Aus acht Qualifikationsspielen gingen Les Bleus nur einmal als Sieger hervor. In der Gruppe 3 setzte sich letztendlich die Sowjetunion vor der DDR durch. Frankreich wurde Dritter. 


EM 1992

Bei der Europameisterschaft in Schweden suchte man Italien erneut vergebens. Nach einer durchwachsenen Qualifikation, in der die Azzurri nur drei von insgesamt acht Partien gewinnen konnten, reichte es in der Gruppe 3 hinter der Sowjetunion nur zu Platz zwei. Die Spanier, die acht Jahre zuvor das EM-Finale erreicht hatten, schlossen die Gruppe 1 hinter Frankreich und der Tschechoslowakei nur auf Rang drei ab.


EM 2004

Als amtierender Vizeweltmeister ging Deutschland als klarer Favorit in die EM-Qualifikationsgruppe 5. Die DFB-Elf qualifizierte sich zwar ungeschlagen (fünf Siege, drei Unentschieden) für die Endrunde, enttäuschte aber in manchen Partien auf ganzer Linie und musste zwischenzeitlich sogar um das EM-Ticket zittern. Gegen Litauen (1:1), Schottland (1:1) und Island (0:0) kam die Mannschaft von Bundestrainer Rudi Völler jeweils nicht über ein Unentschieden hinaus. Nach dem torlosen Remis in Island hielt Völler seine legendäre Wutrede.


EM 2008

 Auch die große Fußballnation England verpasste in der jüngeren Vergangenheit eine Europameisterschaft. Am letzten Spieltag hätten die Three Lions vor heimischem Publikum gegen Kroatien gewinnen müssen, um das Ticket für die Endrunde zu buchen. Nach einem 0:2-Pausenrückstand glich der Weltmeister von 1966 zunächst aus, musste in der Schlussphase allerdings den 2:3-Treffer hinnehmen, wodurch sich Kroatien in der Gruppe E vor Russland (Zweiter, ebenfalls dabei) für die EM qualifizierte.


EM 2016

Die Niederlande, bei der WM 2014 noch Dritter, erlebte in der Qualifikation ein wahres Desaster. 10 Spiele, vier Siege, ein Unentschieden und fünf Niederlagen lautete die enttäuschende Bilanz der Elftal, die bereits vor dem letzten Spieltag keine Chance mehr auf ein EM-Ticket hatte. In der Gruppe A reichte es hinter Tschechien, Island und der Türkei nur zu Platz vier.


Quelle: www.süddeutsche.de