Julian Brandt gehört zweifellos zu den besten deutschen Feldspielern im Jahr 2019. Mit dem Wechsel​ zum BVB vollzog der 23-Jährige den nächsten Schritt auf seiner Karriereleiter. Gegenüber Sport1 und dem kicker berichtet Brandt über seinen eigenen Anspruch im DFB-Team, die Stimmung und seine Ziele.


Obwohl Brandt bei der ​2:4-Niederlage gegen die Niederlande erst nach 84 Minuten eingewechselt wurde, gehört er laut Joachim Löw zu einen der Gewinnern im Nationalteam. Dennoch zeigte sich der Offensivspieler nach dem Spiel erstmal unzufrieden mit seiner Situation. 


"Zehn Minuten zu spielen ist natürlich nicht mein Anspruch. Das ist klar", so Brandt gegenüber Sport1. Daher hoffe er nun auf einen Systemwechsel im Spiel gegen Nordirland: "Ich kann mir gut vorstellen, dass gegen ​Nordirland vielleicht ein Systemwechsel kommt und wir vielleicht nicht mit einer Fünferkette, sondern einer Viererkette spielen – und der eine oder andere von der Bank in die Startelf kommt."


"Gute Dinge entstehen häufig auch aus Niederlagen"


Mit der Gesamtsituation im Nationalteam zeigt sich Brandt allerdings sehr zufrieden. Trotz der Niederlage gegen das Elftal fühlt sich die Stimmung im Team "sich einfach gut und richtig an", wie Brandt im kicker erzählt. Natürlich tat die Niederlage im Kampf um die EM-Qualifikation weh, auch weil man nicht das umgesetzt habe, was man sich vorgenommen hatte. Allerdings sei mit den Niederlanden auch ein starker Gegner auf dem Platz gewesen.


Der Prozess, den die Nationalmannschaft momentan durchlaufe, sei laut Brandt zudem noch nicht abgeschlossen. "Die Niederlande haben uns aufgezeigt, dass wir uns noch steigern müssen." Dies, so Brandt, sei dem ganzen Team aber auch bewusst: "Gute Dinge entstehen häufig auch aus Niederlagen, das hat der deutsche Fußball ja schon mal erlebt."


Keinen Zweifel an Mannschaft und EM-Qualifikation


Die Qualifikation für die EM 2020 sieht Brandt nicht direkt in Gefahr. Er habe einen großen Glauben daran, dass man sich für den Wettbewerb qualifizieren werde. Trotz des Rückschlags sehe "ich weder die EM in Gefahr noch zweifle ich an dieser Mannschaft".


Er selbst betont seine Variabilität und Vielseitigkeit, die dem deutschen Team helfen könnten. So habe er mit Sergne Gnabry, Timo Werner und Kai Havertz einige Konkurrenten im Kampf um die Außenpositionen, profitiere jedoch im Allgemeinen vom schnellen deutschen Spiel nach vorne und der Dynamik. "Ich mag das schnelle Spiel in die Spitze", so Brandt. Allerdings möge er auch Ballbesitzfußball, solang man ihn modern gestalte: "Es macht die Mischung aus aus einer gewissen Kontrolle und Explosivität mit schnellen Vorstößen in die Spitze. Ballbesitz darf nicht einschläfernd sein."


Fazit


Brandt zeigt sich gegenüber den Medien einerseits ehrgeizig und angriffslustig, berücksichtigt andererseits aber auch die Entwicklung. Dass der Offensivspieler eine brutale Qualität auf dem Platz bringen kann, ist allerdings jedem bekannt. Eine Aufstellung von Beginn an könnte also der etwas schläfrigen Offensive Deutschlands zu mehr Schwung verhelfen.


Insgesamt ist gerade die Aussage, dass man momentan in einem Wandlungsprozess sei und auch Rückschläge bei diesem dazugehören, sehr reflektiert und auch wahr. Dennoch muss die Mannschaft in den Qualifikationsspielen die Leistung auf den Platz bringen, um das große Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Gegen ​Nordirland müssen daher drei Punkte geholt werden - gerne auch mit Brandt auf dem Platz.