Arsène Wenger ist einer der bekanntesten Fußball-Trainer aller Zeiten. Ganze 22 Jahre war er der Coach der Gunners des ​FC Arsenal, stolze 1.216 Spiele stand er an der Seitenlinie. Doch gegen Ende hin sah er sich mit den ganzen Aufgaben des modernen Trainers überfordert. "Ich hatte wenig Zeit, um über Fußball nachzudenken", so der 69-Jährige.


Im Interview mit beIN Sports redete der Franzose über den sich verändernden Aufgabenbereich im Trainerjob und auch, wie sich die Spieler über die letzten zwei Jahrzehnte entwickelten. 


Veränderungen im Trainerjob und im Spielerwesen


Persönlich merkte er die Veränderungen am meisten, als er in den letzten Jahren bei Arsenal "kaum noch Zeit hatte, um über Fußball nachzudenken". Es gab so viele weitere und neue Aspekte eines Trainers, dass er sich nicht mehr darin wiederfand: "Ich wurde quasi eingenommen von Forderungen und Aufgaben, die mich davon abhielten, mich auf den wichtigsten Teil meines Jobs zu konzentrieren."


Während sich seine Rolle mit der Zeit veränderte, beobachtete Wenger, dass dies auch mit den Spielern stattfand - diese Entwicklung verglich er dabei mit der NBA. "Das heißt, dass man eher den Athleten im Spieler sieht, als den Spieler im Athleten", so Wenger weiter, womit er sich vor allem darauf bezieht, dass man den individuellen Spieler vor der Einheit als Team sieht. 

Arsene Wenger

So war Wenger fast für eine ganze Generation bekannt: Als Trainer vom FC Arsenal


Man müsse sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren Gedanken machen, wo es hingehen soll. Seiner Meinung nach fehle es heutzutage oft am Teamgedanken, was auch daran liegen könnte, dass auf den einzelnen Spielern deutlich mehr Druck lastet, als zuvor. 


"Manchmal sehe ich ein Spiel und denke mir, 'das ist ein guter Spieler, und der auch', aber wenn sie zusammenspielen, sehen sie nicht wie eine Einheit aus."


Diese Entwicklungen können auch das Zögern Wengers, nach Arsenal weiterhin als Trainer zu arbeiten, erklären. Auch wenn das natürlich nicht ausgeschlossen ist, hat er sich bereits ein Ziel genommen: Eine Autobiografie zu schreiben: "Das werde ich, denn ab einem bestimmten Punkt finde ich es wichtig, meine große Erfahrung weiterzugeben und auch das, was ich weiß und was ich gelernt habe."