Wenige Tage nach der ​2:4-Klatsche gegen die Niederlande steht für die deutsche Nationalmannschaft das nächste Qualifikationsspiel für die Europameisterschaft 2020 auf der Brust. Am Sonntagmorgen machte sich der DFB-Tross auf den Weg nach Belfast, um im direkten Duell gegen Nordirland die Tabellenführung zu erobern. Gegen die Nordiren wird Joachim Löw vermutlich einige Umstellungen vornehmen und das 3-4-3 System vorerst ad acta legen. Auf wen setzt der Bundestrainer gegen den noch ungeschlagenen Gegner?


Erwartet wird, dass Löw wieder auf eine 4-3-3 Formation zurückgreift, die der Bundestrainer besonders gegen tief stehende Gegner präferiert. Am elften Juni siegte Deutschland in diesem Gewand mit 8:0 über Estland, das sich seinerseits in einem 5-4-1 formierte. Im Vergleich zu dieser Partie wird es aber einige personelle Änderungen auf dem Platz geben.

Joachim Loew

Joachim Löw muss eine dringende Leistungssteigerung von seinen Spielern erwarten. Mit der richtigen Auf- und Einstellung kann er einen entscheidenden Teil dazu beitragen.


Manuel Neuer dürfte weiterhin den Vorzug vor Marc-André ter Stegen genießen und die Mannschaft als Kapitän führen, in der Abwehr ist derweil mit zwei Veränderungen zu rechnen: Aufgrund der Verletzung von Nico Schulz wird Marcel Halstenberg mit hoher Wahrscheinlichkeit den Posten auf der linken Abwehrseite einnehmen, in der Innenverteidigung dürfte Jonathan Tah nach seiner schwachen Leistung gegen die Niederlande auf die Ersatzbank weichen. Demzufolge bilden Matthias Ginter und Niklas Süle das Gespann im Abwehrzentrum, während Lukas Klostermann wohl erneut als Rechtsverteidiger aufläuft.


Kimmich bleibt auf der Sechs


Dies liegt daran, dass Joshua Kimmich in der Nationalmannschaft seit einem einem Jahr wieder im defensiven Mittelfeld gesetzt ist. Auch wenn sich der 24-Jährige im Dress des FC Bayern aufgrund seiner regen Beteiligung am Offensivspiel und seiner präzisen Flanken zu einem der besten Rechtsverteidiger Europas entwickelt hat und allein in den vergangenen beiden Spielzeiten 36 Torvorlagen lieferte, darf man nicht vergessen, dass er ursprünglich auf dem Sechser-Posten ausgebildet wurde. 

Joshua Kimmich

  Kehrt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht in die Abwehrreihe zurück: Joshua Kimmich.


Dass er dort beim FC Bayern einen eher mäßigen Eindruck hinterließ, liegt an der schlechten Abstimmung des Rekordmeisters. Bei der Nationalmannschaft sind die Sechser deutlich besser ins Spiel eingebunden, weshalb Kimmich neben seiner Aggressivität in den Zweikämpfen auch seine Stärken im vertikalen Passspiel besser einsetzen kann. Als jüngstes Paradebeispiel dient die Entstehung des Führungstreffers durch Serge Gnabry gegen die Niederlande, als Kimmich das Auge für den durchstartenden Klostermann bewies, der noch an Torhüter Jasper Cillessen scheiterte, ehe Gnabry im Nachsetzen zur Führung traf.


Jung und wild oder routiniert: Wem vertraut Löw im Mittelfeld?


Da Kimmich auf der Sechs und Toni Kroos auf der Acht gesetzt sind, hat Löw auf dem zweiten Achter-Posten die Qual der Wahl. Letzten Endes wird sich der Bundestrainer mit hoher Wahrscheinlichkeit für Kai Havertz entscheiden, da Ilkay Gündogan ​krankheitsbedingt ausfallen wird. 


Brandt für Werner?


Im Sturmtrio könnte derweil Timo Werner aus der Startelf rotieren. Der Torjäger von RB Leipzig begann gegen die Niederlande auf dem rechten Flügel - dabei erzielte er alle zehn Länderspieltore als Mittelstürmer. Vorstellbar wäre, dass Julian Brandt auf der rechten Außenbahn Platz nimmt, Marco Reus dagegen auf dem linken Flügel. Der ohnehin variable Serge Gnabry würde dann wieder im Zentrum beginnen, allerdings wäre auch eine Konstellation mit Reus im Zentrum und Gnabry auf der Außen vorstellbar.