Der VfB Stuttgart ist für seine überaus guten Jugendspieler deutschlandweit bekannt. In den vergangenen Jahren allerdings auch dafür, dass sie das Potential dieser Spieler häufig verkennen. Wir zeigen euch sechs Spieler, die die Schwaben im Nachhinein wohl lieber nicht abgegeben hätten:


Bernd Leno

Gegen Ende des Transferfensters im Jahre 2011 bemühte sich ​Bayer 04 Leverkusen plötzlich in außerordentlicher Manier um Bernd Leno. In Fan-Kreisen des ​VfB sorgte dies für Verwunderung. Schließlich war er bis dato Stammtorhüter der zweiten Mannschaft und hatte noch keinen einzigen Einsatz in der Bundesliga zu verzeichnen. Zudem hatten die Leverkusener mit René Adler bereits einen erfahrenen Top-Keeper.

Bernd Leno

In Stuttgart konnte sich Bernd Leno nicht durchsetzen



So nachhaltig wie Leverkusen hätte man in Stuttgart zu diesem Zeitpunkt allerdings auch denken müssen. Dort verließ man sich aber zu sehr auf den damaligen Stammkeeper Sven Ulreich. Die Folge: Leno wurde Stammtorhüter in Leverkusen, avancierte zum Nationaltorhüter und verdrängte bei ​Arsenal später den ehemaligen Weltklasse-Torwart Petr Cech. Und Ulreich? Der wechselte derweil zum FC Bayern München.


Odysseas Vlachodimos

Nachdem Bernd Lenos Stern in Leverkusen aufging, wollte man einen weiteren derartigen Fehler in der Kaderplanung beim VfB vermeiden. Doch dass die Personalplanung am Neckar in den letzten Jahren nicht unbedingt optimal verlaufen ist, ist kein Geheimnis. Daran hatte auch Odysseas Vlachodimos zu knabbern. Der Grieche hatte sämtliche Jugendmannschaften der Stuttgarter durchlaufen, schaffte sogar den Sprung zu den Profis.

Odisseas Vlachodimos

Mit Odysseas Vlachodimos ließ der VfB ein weiteres Torwarttalent ziehen



Über Jahre hinweg galt er als Nachfolger von Sven Ulreich. Es schien, als würde er sich mit dieser Rolle angefreundet haben. Als Ulreich aber zu den Bayern wechselte und nicht Vlachodimos, sondern Tyton die neue Nummer eins wurde, kamen erste Wechselgedanken auf.

Da der VfB aber neben Tyton auch Mitch Langerak verpflichtete, wechselte Vlachodimos 2016 zu Panathinaikos Athen. Über Griechenland folgte der Sprung nach Lissabon. Bei Benfica ist er nun unangefochtener Stammspieler, der bereits in der Europa League und in der Champions League gespielt hat.


Joshua Kimmich

Es ist die wohl größte Transfer-Blamage, die der VfB in den vergangenen Jahren zu verzeichnen hatte. Als Joshua Kimmich den Sprung in den Stuttgarter Profibereich im ersten Anlauf nicht schaffte, verlieh man den Defensivallrounder nach ​Leipzig. In den zwei Jahren bei den Sachsen reifte er zum Stammspieler. Als dessen Leihe aber zu Ende ging, kehrte er 2015 für kurze Zeit nach Stuttgart zurück. 

Joshua Kimmich

Bei den Bayern führt kein Weg an Joshua Kimmich vorbei



Dort signalisierte man ihm aber schnell, dass er zu klein und schmächtig sei. Die Bayern ließen aber nicht lange auf sich warten, ehe sie anklopften um den gebürtigen Rottweiler an die Säbener Straße zu locken.


Dort avancierte er unter Pep Guardiola zu einem der größten Nachwuchstalente Deutschlands. Heute ist er unangefochtener Stammspieler bei den ​Bayern und in der Nationalelf und gilt als einer der besten Rechtsverteidiger weltweit. In Stuttgart wird die Causa Kimmich aber lieber nicht erwähnt.


Sead Kolasinac​

Zugegeben, Sead Kolasinac spielte lediglich ein halbes Jahr lang am Neckar. Danach klopfte der ​FC Schalke 04 an und holte den Bosnier im Januar 2011 nach Gelsenkirchen. Dort lief er ganze 94 Mal in der Bundesliga auf und wechselte später mit Bernd Leno zu Arsenal.

Sead Kolasinac

Schaffte den Sprung zu Arsenal: Sead Kolasinac



In Stuttgart hätte man den Linksverteidiger halten müssen. Durch seine Schnelligkeit und Robustheit hätte man in der wackligen VfB-Defensive dadurch zumindest etwas für Stabilität sorgen können.


Serge Gnabry

Auch der Flügelflitzer Serge Gnabry streifte sich einst das Trikot mit dem roten Brustring über. Der VfB Stuttgart war damals die erste namhafte Station auf seiner bewegten Karriere. Fünf Jahre lang spielte er in Cannstatt, ehe es ihn ebenfalls zu Arsenal zog. Dort hatte er aber keine Chance auf einen Stammplatz und wurde in der Folge zweimal verliehen.

Serge Gnabry

Serge Gnabry genießt an der Säbener Straße großes Ansehen



Erst als er bei den Olympischen Spielen 2016 in sechs Spielen sechs Mal traf, nahm seine Karriere richtig Fahrt auf: Zurück in der Bundesliga spielte er zunächst für ​Werder Bremen, dann für die ​TSG 1899 Hoffenheim und aktuell für die Bayern, wo er Stamm- und Nationalspieler ist.


Shinji Okazaki

Nach zweieinhalb Jahren und 85 Bundesligaspielen für Stuttgart ließ man Shinji Okazaki nach ​Mainz ziehen. Beim VfB signalisierte man dem Angreifer, dass man keine Verwendung mehr für den einstigen Joker habe. In Mainz ließ Okazaki dann aber Taten sprechen:

Shinji Okazaki

In Stuttgart lief Shinji Okazakis Karriere noch nicht wirklich an



In zwei Jahren in Rheinland Pfalz kam er auf 70 Spiele und erzielte 29 Treffer. Mehr als doppelt so viel wie in Stuttgart, trotz weniger Spiele. Aufgrund seiner enormen Leistungssteigerung wurde er dann 2015 nach Leicester City transferiert. Im Jahre 2016 sorgte er später für den Höhepunkt seiner Karriere: Völlig überraschend wurde er mit Leicester in historischer Manier Premier-League-Sieger. Aktuell lässt der japanische Nationalspieler seine Karriere beim spanischen Zweitligisten SD Huesca ausklingen.