Pechvogel Daniel Ginczek genießt trotz seiner vielen Verletzungen vollstes Vertrauen beim VfL Wolfsburg. Der Angreifer fällt seit zwei Monaten aus und wurde dennoch von Oliver Glasner für den Europa-League-Kader nominiert. Gegenüber den Wolfsburger Nachrichten gab er sich zuversichtlich und erklärte, noch in diesem Kalenderjahr zurückkehren zu wollen.


Die Verletzungshistorie von Daniel Ginczek ist lang und beinhaltet immer wieder schwerwiegende Verletzungen. 2014 und 2016 riss sich der Angreifer das Kreuzband, 2015 fehlte er aufgrund eines Bandscheibenvorfalls mehrere Monate. Für den VfB Stuttgart absolvierte er 70 Pflichtspiele, so viele wie für keinen anderen Verein - gleichzeitig verpasste er in seinen vier Jahren im Schwabenland 74 Partien.


Beim VfL Wolfsburg wurde er bis dato 26 Mal eingesetzt. Sieben Tore und sechs Assists können sich sehen lassen, doch auch in der Autostadt wird der kantige Mittelstürmer vom Verletzungspech verfolgt. Zu Jahresbeginn erlitt er einen Bänderriss im Sprunggelenk, nach der ersten Trainingseinheit in der Vorbereitung wurde er am Rücken operiert. Grund dafür ist eine Wadenverletzung, die aus einer Verletzung am Rücken resultierte.


Die Verletzungshistorie von Daniel Ginczek im Überblick*

​SaisonVerletzung​Ausfallzeit in Tagen​
​2010/11​Innenbandriss​73
​2011/12​Innenbandriss​35
2013/14​​Zehenbruch​25
​2014/15Kreuzbandriss​217​
​2014/15Knieprobleme10​
​2015/16Bandscheibenvorfall​119​
​2016/17Kreuzbandriss​213​
​2016/17Mandelentzündung​7​
​2017/18Knieprobleme​38​
​2017/18Muskelfaserriss im Adduktorenbereich​30​
​2018/19Bänderriss im Sprunggelenk​72​
​2018/19Rückenverletzung​51​

*Daten via transfermarkt.de


Schon als Ginczek im Juli wieder kürzertreten musste, betonte Schmadtke, sich "keine Sorgen" machen zu müssen (via Sportbuzzer): "Er hat eine besondere Verletzungshistorie, er ist vorsichtig, wir aber auch mit ihm - nichtsdestotrotz werden wir ihn fit machen. Er wird ein wichtiger Bestandteil des Kaders sein." Auch Cheftrainer Oliver Glasner setzt auf ihn, nominierte ihn daher trotz der langen Ausfallzeit für den Europa-League-Kader der Wölfe. "Die Spiele fünf und sechs in der Europa League sind Ende November und Mitte Dezember, da haben wir noch eine relativ lange Zeit", begründete der Österreicher laut ​kicker seine Entscheidung. 


Ginczeks "hochgestecktes Ziel"


Ginczek kommt die Nominierung zugute, er selbst strebt ebenfalls ein Comeback vor der Jahreswende an. "Das ist ein hochgestecktes Ziel", sagt er, "aber wer mich kennt, der weiß, dass ich in der Reha-Phase extrem ehrgeizig bin."


Behutsamkeit lautet dabei das Motto, das Rad darf - und kann - nicht überdreht werden. "Ich fange bei Null an. Nach zehn Wochen Pause ist auch die Kondition eines Leistungssportlers irgendwann mal so gut wie weg", sagt Ginczek, der das Positive aus den Verletzungspausen ziehen will: "Eine Zwangspause hilft dabei, die Phasen, in denen ich fit und gesund bin, viel mehr zu schätzen als Spieler, die zehn Jahre lang durchspielen. Die sehen und spüren das Besondere daran vielleicht nicht mehr."  Für Spieler wie ihn, die mit vielen Verletzungen zu kämpfen haben, ist es dagegen fast schon ein Segen, mehrere Monate gesund zu bleiben.