Auf einen guten Anfang folgte ein schlechtes Ende. ​Gegen die Niederlande musste sich die deutsche Nationalmannschaft mit 2:4 geschlagen geben. Innenverteidiger Jonathan Tah stand nach einem Eigentor in der 65. Minute besonders im Fokus, erhielt nach dem Spiel aber Rückendeckung von Torhüter Manuel Neuer. "Da muss man einfach Profi sein und gut damit umgehen", sagte er im Gespräch mit Sport1 nach der Partie. 


Es waren zwei gegensätzliche Halbzeiten, die die Elf von Bundestrainer Jogi Löw auf den Rasen des Hamburger Volksparkstadions brachte. Nach dem frühen Führungstor durch Serge Gnabry (9.) stand es zur Pause noch 1:0, danach drückte jedoch die Oranje dem Spiel entscheidend ihren Stempel auf.


Nach dem Ausgleich durch Frenkie de Jong in der 59. Minute besiegelte Jonathan Tah die Führung für die Niederlande. Manuel Neuer parierte zuvor einen Kopfball von Abwehr-Riese Virgil van Dijk, nach einer erneuten Hereingabe von Memphis Depay beförderte Tah den Ball unfreiwillig ins eigene Tor. "Man versucht alles, um es zu verhindern. Dann passiert das mal", kommentierte der 23-Jährige die Szene nach der Partie.


Die neue Generation muss noch Erfahrungen sammeln


Es war das erste Eigentor für den Innenverteidiger im 196. Profispiel. "Daraus lernt man", sagte er, und bezog dies nicht nur auf sich, sondern auch auf seine Mannschaftskollegen: "Insgesamt können wir viel aus dem Spiel mitnehmen, lernen und versuchen, es im nächsten Spiel wieder besser zu machen. Wir alle müssen unsere eigenen Erfahrungen sammeln [...] und dürfen uns davon jetzt nicht runterziehen lassen."

Jonathan Tah,Manuel Neuer

Unglücklich, aber nicht zu verhindern: Jonathan Tah (Mitte) unterläuft das erste Eigentor seiner Karriere



​Was er meint: Nach dem Seitenwechsel agierte der Weltmeister von 2014 im Spiel gegen den Ball zu passiv, ließ den Gegner ohne die gewisse Aggressivität einfach kombinieren. Der Ausgleichstreffer von Toni Kroos (73.) bedeutete nicht das Aufbäumen, stattdessen entschieden Donyell Malen (79.) und Georginio Wijnaldum (90.+1) das Spiel zugunsten der Gäste. 


Doch für Tah war nicht die Abwehrleistung der alleinige Grund für die Niederlage: "Auch mit dem Ball hatte ich das Gefühl, dass wir nicht so dominant waren, wie es vielleicht in den vorherigen Spielen war, dass wir das Spiel nicht so in die Hand genommen haben und ihnen dadurch Selbstvertrauen geben."


Rückhalt von Neuer


​Am Montag gastiert die Nationalmannschaft bei Tabellenführer Nordirland. In 17 Begegnungen feierten die Nordiren gerade einmal zwei Siege, kurz nach Spielende in seiner Heimat Hamburg versprühte Tah daher wieder Zuversicht: "Ich kann nur sagen, dass ich zum nächsten Spiel wieder meinen Kopf frei habe und dann bereit bin." Schließlich erhielt er umgehend Rückendeckung von den Mannschaftskollegen. So habe beispielsweise Manuel Neuer zu ihm gesagt: "Wenn du nicht da bist, macht ihn ein Holländer rein. Mach dir keinen Kopf."