Die BBC ist ein englischer Fernsehsender. Doch außerhalb Englands, und vor allem in Spanien, verbindet man mit diesem Akronym eher eine der besten Sturmreihen der jüngeren Fußballgeschichte: Bale, Benzema und Cristiano Ronaldo. Der Angriff der Königlichen von Real Madrid. Einer der drei Integranten spricht jetzt über seine Rolle in diesem infernalischen Offensiv-Trio.


Von GreNoLi bis BBC


Große Sturmreihen mit plakativ-bündigen Namen gibt und gab es im Fußball schon immer. In den frühen fünfziger Jahren war es die GreNoLi, also die fantastische schwedische Angriffsreihe um Gunnar Gren, Gunnar Nordahl und Nils Liedholm, die von 1949 bis 1953 den AC Mailand in neue Sphären hievte.​ Ebenfalls in dieses Jahrzehnt fällt das legendäre Sturmtrio der brasilianischen Nationalmannschaft um Vava, Didi und Pelé. Und auch ​Real Madrid selbst, mit Puskas, di Stefano und Gento, verfügte damals schon über eine der besten Angriffsreihen weltweit. 


Mit der Verpflichtung von Gareth Bale im Jahr 2013 hatte Real Madrid seine ganz eigene BBC beisammen. Der Schnelle (Bale), der Eiskalte (Cristiano Ronaldo) und der Elegante (Benzema). 

In einem Interview mit RMC Sport erinnert sich ​Karim Benzema an jene Jahre: "Wir hatten eine Rakete, das war Bale, mit Cristiano einen Vollstrecker, und mich, als Bindestück, damit alle Teile ineinandergriffen." 


Benzema, der Raumöffner für CR7


Befragt zu der Veränderung seiner Rolle nach seinem Wechsel von Olympique Lyon zu Real Madrid, sagt Benzema: "Hier war Ronaldo die Tormaschine. Meine Aufgabe bestand darin, mit entsprechenden Moves die Räume zu öffnen." 


Für Benzema war Cristiano der beste Torjäger, selbst wenn der Portugiese auf den linken Flügel auswich. "Ich bin dann ausgewichen und habe den Platz geschaffen, damit er treffen konnte." 

Vor allem in der Champions League, also dem Wettbewerb, der für Benzema durchaus mit einer Weltmeisterschaft zu vergleichen ist. Und den Real Madrid in den letzten fünf Jahren viermal gewinnen konnte, dreimal (von 2016 bis 2018) sogar in Folge. 


Von all den ungezählten Momenten und Situationen, die Benzema in der Königsklasse erlebt hat, hebt er zwei heraus: zum einen sein Tor gegen den FC Liverpool im Finale von 2018, als er einen Abwurf von Loris Karius blockte und der Ball von seinem Fuß ins Netz prallte. "Dieses Tor brauchte ich einfach. Es war eines der schönsten Gefühle seit dem ich ein kleiner Junge war." 


Benzema: "Wenn ich Fan bin, gehe ich genau wegen solcher Dinge ins Stadion"


Doch die in seinen Augen beste Aktion, die ihm je in einem Champions-League-Spiel gelungen ist, war die Vorlage zum letztlich entscheidenden 1:2-Anschlusstreffer im Halbfinal-Rückspiel gegen den Stadtrivalen Atlético. Dabei war Benzema auf dem linken Flügel (und auf gefühlten nur zwei Quadratmetern) gleich drei (!) Atlético-Verteidigern entwischt und hatte dann auf Isco abgelegt.


"So definiere ich Fußball", beurteilt Benzema jene Szene. "Wenn ich Fan bin, gehe ich genau wegen solcher Dinge ins Stadion. Denn Tore sieht man immer wieder. Das ist nichts Besonderes. Aber solche Dinge passieren eben nicht jeden Tag. In einem Spiel von dieser Bedeutung, gegen einen solch starken Gegner wie Atlético - das ist für mich mehr wert als jedes Tor. Das war die beste Aktion von mir jemals in der Champions League." Wer sich die Szene anschaut, kann ihm nur zustimmen.