Langsam aber sicher gelingt Konrad Laimer der Druchbruch in der österreichischen Nationalmannschaft. Beim 6:0-Erfolg über Lettland erzielte der zentrale Mittelfeldspieler von ​RB Leipzig im dritten Länderspiel sein erstes Tor für die ÖFB-Elf und holte sich ein verdientes Lob von David Alaba ab.


Der Schritt nach Leipzig hat sich für Laimer gelohnt. Vor zwei Jahren verpflichteten die Sachsen den vielseitigen Österreicher für sieben Millionen Euro von RB Salzburg, in diesem Kalenderjahr explodierte sein Marktwert laut transfermarkt.de von acht auf 17 Millionen Euro. 


Für die Nationalelf wurde er bereits im Alter von 20 Jahren nominiert, doch erst im Juni dieses Jahres feierte er seine Premiere auf dem Platz. Nachdem er beim 4:1-Erfolg über Malta vor drei Monaten seine ersten beiden Torvorlagen lieferte, war er im Ernst-Happel-Stadion in Wien in der 80. Minute selbst zur Stelle und stellte den Spielstand auf 5:0.

Kingsley Coman,Konrad Laimer

Konrad Laimer (l.) entwickelt sich auch in Österreichs Nationalmannschaft zu einem gefragten Mann



In der EM-Qualifikation liegt die ÖFB-Elf hinter Polen auf dem zweiten Platz der Gruppe G. Am Montag kommt es zum Spitzenduell der Favoriten, aufgrund des Ausrutschers der Biało-Czerwoni gegen Slowenien (0:2) kann Österreich mit einem Sieg die Tabellenführung übernehmen. "Wenn Slowenien Polen schlagen kann, wieso wir nicht auch?", wurde Laimer nach der Partie bei Spox zitiert. "Wir wissen, dass Polen große Qualität hat. Wir sind aber so selbstbewusst und wissen, was wir können. Wir brauchen uns sicher nicht verstecken."


Der Glaube an die eigenen Qualitäten ist nach dem Kantersieg über Lettland ebenso groß wie die Freude über sein erstes Tor für die Nationalmannschaft: "Ich hätte es mir nicht besser erträumen können", sagte Laimer, der sich dauerhaft durchsetzen will. "Ich habe vom Teamchef die Chance bekommen und sie genützt. Trotzdem muss ich mich in jedem Spiel beweisen und weiterhin Leistung zeigen."


Alaba voll des Lobes


Wenn es nach David Alaba geht, wird Laimer auch gegen Polen neben Julian Baumgartlinger im defensiven Mittelfeld beginnen. "Er ist sehr laufstark. Er ist sehr wichtig für uns", sagte er über seinen Nationalmannschaftskollegen, dem er in der Bundesliga in genau einer Woche, wenn RB Leipzig den ​FC Bayern empfängt, wieder als Konkurrent gegenübersteht. 


Auch Alaba, der im 4-2-3-1 auf der linken Außenbahn aufläuft, konnte dem Spiel gegen Lettland "viel Positives" abgewinnen. "Wir haben die richtige Einstellung auf den Platz gebracht, was sehr, sehr wichtig ist. Wir waren sehr konzentriert, der Spielwitz war da." Dafür war auch Laimer verantwortlich, der, so scheint es, auch für die Nationalmannschaft immer wichtiger wird. 


Laimers Entwicklung nimmt kein Ende


Schon in Leipzig hat er sich zu einem wichtigen Faktor entwickelt. Nach 28 Einsätzen in der Saison 2017/18, vertraute Ralf Rangnick in der abgelaufenen Spielzeit 43 Mal auf seine Qualitäten. 32 Mal durfte er sich dabei in der Startformation beweisen. Das RB-typische Pressing liegt ihm im Blut, schließlich durchlief er die Nachwuchsakademie in Salzburg. 

Julian Nagelsmann

Mit Laimer verfügt Julian Nagelsmann (Foto) über einen Spieler, der perfekt in seine Spielphilosophie passt



Für die Spielidee von Julian Nagelsmann ist der unermüdliche Läufer mit gutem Timing in den Zweikämpfen und einem herausragenden Gespür für das Abfangen von Pässen prädestiniert, um den Ball so schnell wie möglich vom Gegner zurückzuerobern. Dass er in allen vier Pflichtspielen zum Einsatz kam, ist trotz der großen Konkurrenz im Leipziger Mittelfeld kaum verwunderlich. Wenn er seine Entwicklung aufrechterhalten kann, ist er kaum noch aus der Startelf wegzudenken.