​Die UEFA und Europas Klub-Verband ECA werkeln bereits seit geraumer Zeit daran, die europäischen Pokallwettbewerbe zu reformieren. Die Vereinigung europäischer Ligen hat nun laut Informationen der BILD ein Gegenmodell für den Plan einer dreistufigen Super-Liga ab 2024 mit je 32 Klubs vorgestellt.


Das Boulevardblatt will dabei bereits Einzelheiten der Überlegungen der Gemeinschaft, zu der auch die Bundesliga gehört, in Erfahrung gebracht haben. So soll die Vereinigung darauf pochen, dass sich die Klubs nur über ihre Platzierung in den jeweiligen nationalen Ligen qualifizieren können und nicht wie von ​ECA-Boss Andrea Agnelli angedacht über das Abschneiden in der ​Champions League in der Vorsaison. Durch diese Herangehensweise hätten 24 der 32 Teilnehmer schließlich immer einen Startplatz sicher.

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Die Pläne von Agnelli stoßen auf wenig Gegenliebe


Darüber hinaus sollen insgesamt 128 bis 144 Mannschaften aus mindestens 49 Nationen an den drei Pokalwettbewerben teilnehmen. Das Limit an teilnehmenden Mannschaften für einen nationalen Verband soll dabei für Champions League, ​Europa League und der ab 2021 in Kraft tretenden Europa League 2 auf insgesamt sieben Teams festgelegt werden.


Vierter Startplatz für Deutschland in Gefahr?


Dem Bericht zufolge, sollen die fünf Topnationen die gleiche Anzahl von Champions-League-Startplätzen erhalten. Bislang dürfen die Bundesliga, La Liga, die Premier League und die Serie A vier Teilnehmer ins Rennen schicken. Sollte die französische Ligue 1 dem Quartett gleichgestellt werden, müssten sich laut der BILD wohl alle Verbände mit drei Teilnehmern abfinden. Ein weiteres Team würde aber zumindest per Playoff die Chance auf einen Einzug in die Königsklasse erhalten.


Weitere Details des Gegenvorschlags sollen unter anderem sein - und das dürfte viele Fußball-Fans freuen - das die Europacup-Spiele auch in Zukunft definitiv nicht am Wochenende ausgetragen werden. Grund zu Freude gäbe es auch für die jeweiligen Sieger der Wettbewerbe. So sind der Champions-League-Sieger sowie das erfolgreiche Team aus der Europa-League für die kommende Saison in der Königsklasse automatisch gesetzt. Der Triumphator der Europa League 2 steigt in die Europa League auf.


Neu-Verteilung der Gelder


Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verteilung der UEFA-Prämien. Dabei soll das Verhältnis zwischen Champions League, Europa League bei 3,5:1 bleiben. Da die Teilnehmeranzahl der Europa-League-Mannschaften aber ab 2021 auf 32 Mannschaften reduziert wird, erhalten die einzelnen Teams unterm Strich mehr. Der Schlüssel zwischen Europa League und Europa League 2 wurde auf 2,5:1 festgelegt.


Auch kleinere Klub sollen bei den Reformen bedacht werden. So sollen satte 20 Prozent der UEFA-Gelder an Klubs ausgeschüttet werden, die entweder in der Quali gescheitert sind oder gar nicht erst teilnehmen durften. Da es sich dabei um rund 700 Vereine handelt und zudem auch die allgemeine Profi-Fußballentwicklung finanziell unterstützt werden soll, wird bei den einzelnen Vereinen nur relativ wenig ankommen.Die Anpassung von 7,3 auf 20 Prozent wäre aber zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.