Nach dem Abstieg des ​VfB Stuttgart gab es in diesem Sommer eine tiefgreifende Zäsur. Zahlreiche Gesichter der vergangenen Jahre verließen dabei den Verein. Auch Timo Baumgartl kehrte dem Ländle den Rücken zu und ​heuerte bei der PSV Eindhoven an. Nun blickte der Youngster auf seine Zeit in Stuttgart zurück und offenbarte, dass sein Transfer nicht als direkte Reaktion auf den Abstieg zu verstehen ist.​


Baumgartl wuchs im Stuttgarter Umland auf und wagte im Sommer 2011 den Sprung in die B-Jugend des Traditionsverein. Schnell konnte sich der Blondschopf ein hohes Standing erarbeiten und für höhere Aufgaben empfehlen. In der Saison 2014/15 gelang ihm bereits der Durchbruch bei den Profis und so wurde der heute 23-Jährige zum bislang letzten Spieler aus der eigenen Jugend, der den Schritt hin zum Stammspieler bei den Profis packte.

Timo Baumgartl

Bei der U21-Nationalmannschaft konnte Baumgartl internationale Erfahrungen sammeln



Durch gute Auftritte für den VfB und insgesamt 20 Einsätze für die deutsche U21-Nationalmannschaft konnte sich der Innenverteidiger auch über die Landesgrenzen hinaus einen Namen machen und so kursierten in den vergangenen Jahren immer wieder Gerüchte, wonach es den Abwehrspieler zu einem neuen Klub ziehen könnte. 


In diesem Sommer war dies dann tatsächlich der Fall und der Defensivakteur wechselte zur PSV Eindhoven - unterschrieb beim niederländischen Spitzenklub einen Fünfjahresvertrag.


Baumgartl spricht von persönlicher Weiterentwicklung


Wie Baumgartl nun in einem Gespräch mit den Stuttgarter Nachrichten zu Protokoll gab, war sein Wechsel aber keineswegs nur deswegen zustande gekommen, weil die Stuttgarter innerhalb von drei Jahren zum zweiten Mal den Gang in die zweite Liga antreten mussten. "Mein Beweggrund war unabhängig von der Ligazugehörigkeit. Ich wollte den nächsten Schritt machen in meiner Karriere und mich persönlich weiterentwickeln", so der 1,90-Meter-Schlaks. Vielmehr hätte der Vereinswechsel auch dann angestanden, "wenn wir in der ersten Liga geblieben wären".


Nach insgesamt acht Jahren in Stuttgart habe er den Drang verspürt, aus seiner persönlichen Komfortzone herauszubrechen und etwas Neues kennenzulernen. Das Angebot aus den Niederlanden kam daher gerade recht, zumal PSV-Coach Mark van Bommel seit jeher große Stücke auf das Defensivtalent hält. "Mit PSV Eindhoven habe ich einen guten Verein gefunden, einen renommierten Club in Europa, der international spielt, was sehr wichtig für mich ist​", zeigt sich Baumgartl mit seiner Entscheidung auch im Nachhinein äußerst zufrieden.


Wunsch nach mehr Konstanz


Da der Abgang in die Eredivise ohne große Komplikationen abgelaufen war, verzichtete der ehemalige U21-Nationalspieler darauf, gegen seinen Ex-Klub nachzutreten - auch wenn er unter seinem letzten Trainer Markus Weinzierl gegen Ende kaum eine Rolle gespielt hatte. Dass er in fünf Profijahren beim VfB unter elf verschiedenen Trainern gearbeitet hatte, sei aber durchaus nicht unproblematisch gewesen.


Das Spielerprofil von Timo Baumgartl:

Position​IV​
​Alter​23
​Markwert​9 Mio. Euro
​Vertragslaufzeit​30.06.2024
​VfB-Spiele​121
​PSV-Spiele​7

"Ich denke, dass es für einen jungen Spieler nicht einfach ist, wenn man viele verschiedene Trainer hat. Man kann das nicht immer alles von einem weghalten, wenn man viele Trainer hat, weil jeder eine unterschiedliche Philosophie hat – das hat in den letzten Jahren leider nicht so gut funktioniert. Ich hoffe, dass der Verein mit dem jetzigen Trainer Konstanz rein bekommt."


Nationalmannschaft als großes Ziel


Das ​Aufeinandertreffen der deutschen Nationalmannschaft und den Niederlanden am Freitagabend wird der Wahl-Holländer ​mit ein paar Freunden auf dem heimischen TV verfolgen. Seine Daumen wird er dabei zwar für die Deutschen drücken, da in der Elftal aber auch ein paar seiner neuen Teamkollegen mitwirken, wünscht er sich vor allem ein Spiel mit vielen Toren.


Der Traum, in Zukunft auch einmal das Trikot der deutschen A-Nationalmannschaft überstreifen zu dürfen, lebt bei dem Ex-Stuttgarter indes weiter. "Ich bin froh, dass ich jetzt mit der Europa League in Eindhoven auch eine internationale Plattform habe, auf der ich mich zeigen kann. Und dann ist natürlich irgendwann das Ziel, da eingeladen zu werden." Sich selbst unter Druck setzen, will er aber nicht.