Am Mittwoch überraschte Jürgen Klinsmann mit seiner Entscheidung, nicht zum ​VfB Stuttgart zurückzukehren. Der frühere Stürmer und Nationaltrainer war für den neu geschaffenen Posten des Vorstandsvorsitzenden im Gespräch. Sein öffentlicher Rückzug sorgte bei den Verantwortlichen des VfB für Überraschung, aber auch für Unverständnis.


Mitte Juli wurden die Gerüchte über eine potentielle Rückkehr Klinsmanns ins Rollen gebracht. Wolfgang Dietrich verkündete nach der chaotischen Mitgliederversammlung seinen Rücktritt, zuvor soll der 71-Jährige mit Robert Schäfer, der im April als Vorstandsvorsitzender von Fortuna Düsseldorf entlassen wurde, eine Einigung erzielt haben. 


​Seitdem führte die Spur zu Klinsmann, mit dem die Verhandlungen am Samstag eigentlich fortgeführt werden sollten, ehe der frühere Bundestrainer dem VfB eine Absage erteilte: "Per Mail habe ich dem Präsidialrat des VfB Stuttgart mitgeteilt, dass ich in der jetzigen Führungs-Konstellation des Vereins für weitere Gespräche für das Amt des Vorstandsvorsitzenden und auch für ein anderes Amt beim VfB nicht zur Verfügung stehe", ließ er über seinen Berater mitteilen. "Die gesamte Kommunikation und Korrespondenz sowohl mit dem Präsidialrat des VfB als auch mit einer Personal-Beratungsagentur aus München waren für mich nicht zielführend und ohne jegliche Dringlichkeit vonseiten des VfB." 

Jürgen Klinsmann

   Sorgt mit seinem öffentlichen Rückzug für Irritationen: Jürgen Klinsmann



Bei den Verantwortlichen des Zweitligisten sorgen diese Aussagen allerdings für Verwunderung. So sagte Interimspräsident Bernd Gaiser laut dem Sport-Informations-Dienst (via Sky): "Die Aussagen von Jürgen Klinsmann, dass die Kommunikation nicht zielführend und ohne jegliche Dringlichkeit seitens des VfB gewesen sein soll, haben uns überrascht und sind nicht nachvollziehbar."


Drei Kandidaten im Gespräch - Interne Lösung mit Hitzlsperger?


Man bedauere, "dass nach einem ersten konstruktiven Gespräch mit ihm nun keine Vertiefung der Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit stattfinden wird." Zudem habe Klinsmann gewusst, dass der Klub mit mehreren Kandidaten im Gespräch sei und "der sorgfältige Auswahlprozess für die Position des Vorstandsvorsitzenden" einige Zeit benötige.

Thomas Hitzlsperger

Eine interne Alternative: Steigt Thomas Hitzlsperger nach nicht einmal einem Jahr als Sportvorstand zum Vorstandsvorsitzenden auf?



Wie berichtet wird, werden neben Klinsmann und Schäfer, der weiterhin im Gespräch ist, auch Alexander Wehrle, derzeitiger Geschäftsführer des 1. FC Köln, und ​Bernhard Heusler, Ex-Präsident des FC Basel, für den Posten des Vorstandsvorsitzenden gehandelt. Vorstellbar sei auch die Beförderung von Sportchef Thomas Hitzlsperger, woraufhin Sportdirektor Sven Mislintat zum Sportvorstand aufsteigen würde.