​Bei Vincenzo Grifo (26) kann man schon mal ein bisschen ins Stolpern kommen: Insgesamt fünfmal hat der Deutsch-Italiener bei der ​TSG Hoffenheim 1899 angeheuert (davon dreimal als Rückkehrer nach entsprechenden Leihgeschäften). Ob es ein sechstes Mal gibt? Zum fünften Mal jedenfalls kehrt er den Kraichgauern den Rücken - um zum insgesamt dritten Mal beim ​SC Freiburg anzuheuern. 


Hin und weg - so könnte man es auch formulieren. Dies gilt leider nicht für die TSG-Fans und ihre Reaktion ob der von Grifo gezeigten Leistungen, sondern umschreibt mehr das ständige Kommen und Gehen eines Rastlosen. Jetzt ist er erstmal wieder im Schwarzwald. 


Grifos Weg durch die Fußball-Republik


Nach seinem ersten Transfer von Sinsheim nach Freiburg (2015) überzeugte Grifo derart, dass potentere Arbeitgeber auf ihn aufmerksam wurden. Die Gladbacher Borussia verpflichtete ihn 2017 für sechs Millionen. Dort konnte er aber die Erwartungen nicht erfüllen und ging schon ein Jahr später wieder zurück zur TSG. Doch erneut konnte er Trainer Nagelsmann nicht restlos überzeugen, sodass es im Winter schon wieder zurück ging. 


Aber nicht zur Borussia, sondern wieder zum ​SC Freiburg. Diesmal per Leihe. Die endete im Sommer. Also: wieder Koffer packen und die Strecke Freiburg - Sinsheim abfahren. Doch kam er nicht um zu bleiben, sondern um nun endgültig beim SC Freiburg zu verweilen. 


Am letzten Tag des Transferfensters gingen die Schwarzwälder vorher nie gezeigtes Risiko und brachten mal eben den historischen Transferrekord unter Dach und Fach: Sieben Millionen Euro lässt sich der SC Freiburg das erneute (und fixe) Engagement von Grifo kosten. Zur Vertragslaufzeit machte der SC keine Angaben. 


Wohl aber drang die in den letzten Jahren in die Mode gekommenen Nicht-Einsatz-Klausel durch: Derzufolge darf Grifo im direkten Spiel gegen seinen alten Klub TSG nicht eingesetzt werden. Das Spiel geht übrigens am nächsten Spieltag (15.September, 15.30 Uhr) in Sinsheim über die Bühne. 


Ungewöhnliche Nicht-Einsatz-Klausel


Dass derartige Klauseln verankert werden, ist vor allem bei Leihgeschäften mittlerweile Usus, wenn auch nicht in jedem Geschäft praktiziert. Bei fixen Transfers, wie diesem, ist es eher ungewöhnlich. 


Durch die Klausel wird offenbar, wie unterschiedlich stark die jeweiligen Verhandlungspositionen beider Parteien waren. Der SC Freiburg hatte eigentlich nicht wirklich damit gerechnet, eine Chance auf die Verpflichtung von Grifo zu bekommen. Als er sie dann bekam, am letzten Tag der Transferperiode, konnten sie nicht aus der Position der Stärke heraus agieren, sondern mussten sich den Vorgaben der Kraichgauer beugen. 


Kein Musterbeispiel für Fair-play


Der kicker nennt diese von den Hoffenheimer gestellte Bedingung "aus Fair-play-Gesichtspunkten (...) ein fragwürdiges Vorgehen". Denn wenn ein Spieler wechsele, gebe es Gründe dafür. Und entsprechend müsse ein Spieler danach bei seinem "neuen Arbeitgeber vollumfänglich einsetzbar sein". Zumal ihn Hoffenheim ja auch nicht aus karitativen Beweggründen abgibt, sondern gegen gute Bezahlung. Sieben Millionen Euro sind auch für finanziell sicher nicht darbende Hoffenheimer keine Peanuts. Dennoch wird Grifo Mitte September nicht mithelfen können, gegen seine alten Kollegen den Dreier einzuholen. Aber wie der kicker ebenfalls anmerkte: In Freiburg trösten sie sich damit, dass sie Grifo ja nicht nur für ein Spiel verpflichtet haben.