Lange war es unklar, ob die Dortmunder Raphael Guerreiro noch abgeben. Der ehemalige BVB-Coach und Guerreiro-Mentor Thomas Tuchel sei angeblich der heißeste Interessent des Allrounders gewesen. Jetzt bleibt er aber laut Sky im Ruhrpott. Dafür stehen die Zeichen bei einer anderen Personalie auf Abschied: Mario Götze.


Als Thomas Tuchel gleich zu Beginn seiner schwarz-gelben Amtszeit den frisch gebackenen Europameister Raphael Guerreiro vorstellte, staunte der Dortmunder Anhang nicht schlecht. Ein absoluter Wunschspieler sei er gewesen. Maßgeblichen Anteil am Europameistertitel der Portugiesen hatte er. Außerdem sei er der ideale Ersatz für den damals schwächelnden Kapitän Marcel Schmelzer.

Raphael Guerreiro

Konnte sich bislang nicht endgültig durchsetzen: Raphael Guerreiro.



Nun, drei Jahre später, schwächelt Marcel Schmelzer noch immer. Nur dass er jetzt nicht mehr Kapitän ist und die Schwarz-Gelben außer Guerreiro zwischenzeitlich noch Abdou Diallo, Achraf Hakimi und jüngst Nico Schulz verpflichteten, um das Sorgenkind Linksverteidigung zu besänftigen. 


Sicherlich hängen die vielen Neuzugänge einerseits damit zusammen, dass Guerreiro ein echter Allrounder ist. Außer als Linksverteidiger kann er auch auf dem linken Flügel, auf der Sechs, Acht und bei allerhöchster Not auch auf der Zehn eingesetzt werden kann.


Verlängert Guerreiro jetzt in Dortmund?

Andererseits hängt es vielleicht auch damit zusammen, dass Guerreiro in seiner bisherigen Zeit in Dortmund nie hundertprozentig glücklich wurde. Bereits zu Favres Amtsantritt vor einem Jahr sah man Guerreiro eigentlich schon in Paris bei Tuchel. Immer wieder wurden Wechselgerüchte laut, schließlich blieb er aber trotzdem in Dortmund. So wohl auch jetzt, sogar eine Vertragsverlängerung scheint laut Sky wieder möglich.


Dennoch ließ BVB-Coach Lucien Favre seit Saisonbeginn stets verlauten, dass sein Kader zu groß sei und noch einige Abgänge bevorstehen würden. Bisher haben sich zwar bereits u.a. André Schürrle, Maximilian Philipp und Ömer Toprak verabschiedet, der Stuhl eines anderen aus der erfahreneren Garde wackelt nun aber ebenfalls.

Mario Goetze

Muss häufig mit einem Bankplatz Vorlieb nehmen: Mario Götze.



Mario Götze, der gleichzeitig wie Guerreiro nach Dortmund kam, wird sich allem Anschein nach von den Schwarz-Gelben trennen - zumindest deutet derzeit vieles daraufhin. 


Seine zweite Amtszeit im Signal-Iduna-Park lief zwar nicht so erfolgreich wie seine erste. Außer Acht lassen darf man aber nicht, dass er zwischenzeitlich auch unter einer langwierigen Stoffwechselkrankheit litt. Trotzdem wurde er vor allem in der vergangenen Saison immer wichtiger für die Mannschaft und war ein starker Ersatz für die gesetzten offensiven Spieler wie Marco Reus und Paco Alcacer.


Für Götze wird die Luft dünn

Gerade aber durch die Zugänge auf der Zehnerposition mit Thorgan Hazard und Julian Brandt oder der starken Konkurrenz im zentralen Mittelfeld, wird es für Götze schwer werden, sich durchzusetzen. Neben der Spielzeit ist aber auch sein Gehalt ein Knackpunkt in puncto Abgang.

Bei einer Vertragsverlängerung über 2020 hinweg würde er wohl ein Viertel seines Gehalts einbüßen müssen. Damit würde er weniger als die Leistungsträger Marco Reus und Mats Hummels verdienen, mit denen er sich aber noch immer auf einer Stufe sieht.

Marco Reus,Mario Gotze

Mario Götze und Marco Reus sind Kumpels, trotz ihres Konkurrenzkampfes um einen Startplatz.



Bisher ist man in Dortmund auf Vereinsseite nicht bereit, ihm einen achtstelligen Jahressatz zu bezahlen. Schließlich ist er kein unangefochtener Stammspieler, Reus und Hummels aber schon. Beide sind zudem auch Kapitäne der Mannschaft. Götze würde man beim BVB hingegen, sofern er nicht noch am heutigen Deadline Day transferiert wird, im kommenden Jahr notfalls sogar ablösefrei ziehen lassen. Wer sich im Vertragspoker aber endgültig durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.