Für die mitgereisten Auswärtsfans von Borussia Dortmund wurde der Samstagabend nicht nur mit der 1:3-Niederlage gegen Union Berlin, sondern auch mit einem Polizeieinsatz in der ersten Halbzeit überschattet. Gegenüber Ruhr Nachrichten bezogen zwei Beteiligte Stellung, die deutliche Kritik ausübten.


Der Vorfall ereignete sich nach dem 1:0-Führungstreffer der Gastgeber durch Marius Bülter in der 22. Spielminute. Einige Union-Ultras befanden sich auf dem Dach des Stadions, ausgerechnet mitten über dem Gästeblock. Wenige Minuten nach Bülters Tor gelangen die Ultras schließlich in den BVB-Block, laut Ruhr Nachrichten blieb allerdings keine andere Möglichkeit. Demnach führe einzig eine Treppe durch den Gästebereich vom Dach herunter.

​"Sie haben dann natürlich ein bisschen provoziert", wird Dauerkartenbesitzer Malte Dürr zitiert, "dann ging die Rennerei los." Einige Gästefans hätten "diese Einladung angenommen" und seien ihrerseits Richtung Treppe gelaufen, woraufhin die Polizisten in den Block eindrangen und Pfefferspray eingesetzt haben.

1. FC Union Berlin v Borussia Dortmund - Bundesliga

  Einige Ultras von Union Berlin verursachten im Gästebereich einen Polizeieinsatz. Der Gebrauch von Pfefferspray wird massiv kritisiert



Doch das Pfefferspray, so Dürr weiter, habe "viele Unbeteiligte getroffen." Zahlreiche Fans hätten das Stadion an der Alten Försterei infolge dessen verlassen, er selbst habe bis zur Halbzeitpause warten müssen: "Ich wollte raus aus dem Block, doch der Weg war abgesperrt. Das war ein ungutes Gefühl. Zur Halbzeit sind wir dann raus. Insgesamt 15 bis 20 Leute. Zum Glück ist nicht noch mehr passiert."


Ein Familienvater wird wie folgt zitiert: "Meinem Sohn konnte ich noch den Mund zuhalten. Ich habe etwas abbekommen, hatte Atembeschwerden und wir sind dann sofort raus. Mittlerweile geht es. Einen Kollegen hat es aber voll erwischt." Dieser habe Anzeige erstattet, zudem stehe man mit der Fanhilfe in Kontakt. 


Auch in den sozialen Medien häuften sich am Abend kritische Stimmen über den Einsatz der anwesenden Polizisten.


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Fanhilfe bietet Sprechstunde an


Die Fanhilfe bietet am Montag zwischen 16 und 17 Uhr eine telefonische Sprechstunde an. "Unser Interesse ist es natürlich, ein möglichst umfassendes Bild und insbesondere direkte Eindrücke zu sammeln, um damit die zwingende rechtliche Aufarbeitung auf eine solide Grundlage stellen zu können", heißt es in einer Stellungnahme, die auf fanhilfe-dortmund.de veröffentlicht wurde. "Einer oder mehrere unserer Rechtsanwälte werden die geschilderten Eindrücke sammeln und stehen für Rückfragen sowie Erläuterungen zu individuellen rechtlichen Möglichkeiten zur Verfügung."