​​Hertha BSC und ihr neuer Trainer Ante Covic erleben einen aktuell eher schwierigen Saisonstart. Nach drei Spielen steht nur ein Punkt auf dem Konto. Viel zu wenig für den ehrgeizigen Verein, der in dieser Saison neu angreifen wollte. Statt des Angriffs muss aber nun erstmal die Abwehr stabilisiert werden.


Satte acht Gegentore kassierte die "Alte Dame" bereits in der noch jungen Bundesligasaison. Nur Schlusslicht FSV Mainz 05 übertrifft diesen Negativwert noch (zehn Gegentore). Die Hertha ist nach einer soliden Vorbereitung wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Zum Teil muss sich der Hauptstadtklub die Gegentore selber ankreiden.


Ante Covic: "Wir haben uns das alle anders vorgestellt"


Gegen Wolfsburg (0:3) und den FC Bayern (2:2) verschuldeten die Berliner jeweils einen Elfmeter, ​gegen Schalke (0:3) sorgten mitunter zwei Eigentore für die Auswärtspleite. Dennoch sieht Trainer Covic die Fehler auch bei der Mannschaft. "Unsere Zweikampfführung war in den entscheidenden Momenten nicht gut", monierte der Kroate im kicker, der wie das ganze Team sehr enttäuscht vom Saisonstart ist: "Wir haben uns das alle anders vorgestellt."


Abwehrchef Niklas Stark, der für eines der beiden Eigentore sorgte, sieht ebenso Fehler im System: "Uns sind zu viele Dinge durchgerutscht. Wir haben es nicht geschafft, Druck auf den Gegner aufzubauen. Dann ist es schwer, hier etwas mitzunehmen." Sein Eingreifen, dass schließlich zum Eigentor führte, verteidigt Stark: "Beim Eigentor hatte ich einen Gegenspieler hinter mir, den ich im Augenwinkel sehe. Wenn ich nicht hingegangen wäre, hätte er den Ball verwertet." Wegbleiben wäre für ihn keine Option gewesen.

Karim Rekik,Weston McKennie

Teil einer löchrigen Abwehr: Karim Rekik (links)



Innenverteidiger Karim Rekik - Eigentor-Schütze Nummer zwei - sieht es ähnlich wie sein Verteidigerkollege: "Nik wollte den Ball wegblocken, bei mir war es ähnlich. Ich wollte den Ball vor der Linie klären. Und beide Male ist er im Tor gelandet."


Länderspielpause soll genutzt werden


Ante Covic sieht auf die Hertha nun viel Arbeit zukommen: "Es hilft nur eins dagegen - arbeiten und Ärmel hochkrempeln. Wir werden aus der Spirale nicht rauskommen, indem wir uns bemitleiden." Auch Stark plädiert, die Zeit in der Länderspielpause zu nutzen. "Das müssen wir intern so schnell wie möglich besprechen. Wir haben viele Sachen, die wir ansprechen müssen", so der Abwehrmann, der dabei jedoch nur wenig mitwirken kann, wurde er doch wieder von Trainer Jogi Löw für die deutsche Nationalmannschaft nominiert.


Nach der Länderspielpause treffen mit Mainz 05 und der Hertha die beiden Schießbuden der Liga direkt aufeinander. Erst hier wird man sehen können, ob Berlin die Probleme im Team beseitigen konnte. Doch auch Mainz - momentan mit dem selben Problem konfrontiert wie die Hertha - wird nicht ganz unvorbereitet in das Spiel gehen. Spannung ist also garantiert.