​Weiter herrscht im Thema Bakery Jatta keine Einigung. Dem 21-jährigen Gambier wird vorgeworfen, unter einer falschen Identität beim Zweitligisten ​Hamburger SV zu spielen. Seit Wochen ist allerdings kein endgültiges Urteil gefällt worden, was in der zweiten Bundesliga mächtig für Wirbel sorgt. Auch bei ​Hannover 96 sorgt der Profi für Kopfzerbrechen.


Seit Anfang August machen ernste Anschuldigungen die Runde. Laut verschiedenen Medienberichten soll Bakery Jatta bei seiner Flucht und Ankunft in Deutschland eine falsche Identität angenommen haben. Da er gleichzeitig als Profi-Spieler beim Hamburger SV unter Vertrag steht, würde der Verein bei Bewahrheitung der Anschuldigungen gegen die Auflagen der DFB verstoßen und Jatta wäre nicht spielberechtigt.


Noch haben sich die Vorwürfe allerdings nicht bestätigt und Jatta stand bisher in jedem Spiel auf dem Feld. Doch um sich im Ernstfall bereits frühzeitig abzusichern, haben die jeweiligen Gegner des HSV bereits nach den Partien Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt. Sollte der Youngster tatsächlich unter falschem Namen spielen, würden die Ergebnisse aus den bisherigen Duellen mit seinem Einsatz womöglich revidiert werden.


Bisher griffen der ​1. FC Nürnberg, der ​VfL Bochu​m und der ​Karlsr​u​her SC zu dieser Maßnahme. Da alle Partien dieser Teams verloren gingen, bedurften die Überlegungen keine allzu großen Abwägungen. Auch der kommende Gegner Hannover 96 dachte lange darüber nach, ob ein Einspruch gegen die Spielwertung angebracht sei. Bisher berichtete der Klub, dass von solchen Mitteln eher kein Gebrauch gemacht werden soll.


Umdenken bei den 96ern?


​Doch wie die MoPo berichtet, seien vor allem juristische Bedenken bei Hannover 96 aufgekommen. Vorstandschef Martin Kind erklärte: „Wir werden das am Montag in aller Ruhe besprechen und entscheiden.“ Damit will der Verein wahrscheinlich vor allem das Ergebnis abwarten, der rechtliche Rat ließ die Vereinsführung also umdenken. Doch aus moralischer Sicht sah Kind bisher stets davon ab, ein Spiel wegen ungeklärter Umstände anzufechten.

Martin Kind

Martin Kind steht vor einer schwierigen Entscheidung



Auch die Fan-Vertretung "Rote Kurve" distanzierte sich klar von einem Einspruch. Um das Verhältnis mit den Fans nicht weiter zu zerrütten, muss Kind also genau abwägen und sich nicht nur auf die sportlichen Konsequenzen berufen.