​Immer wieder kommt es im Fußballgeschäft zu Skandalen, die Spieler und ganze Klubs in Mitleidenschaft ziehen können. In England ereignet sich gerade ein solcher Eklat, denn der Berater von Jugendspieler und Top-Talent Bobby Duncan erhebt schwere Vorwürfe gegen den ​FC Liverpool.


Bobby Duncan ist gerade einmal 18 Jahre alt und bereits jetzt steht er im großen medialen Fokus. Der Cousin der englischen Fußball-Legende Steven Gerrard machte bisher eher mit sportlichen Leistungen und seinem großen Talent auf sich aufmerksam, doch nun hat der Wirbel um ihn andere Gründe.


Denn der Youngster ist bei den Reds überhaupt nicht mehr glücklich. Im vergangenen Jahr wurde er für etwas mehr als 220.000 Euro von Konkurrent ​Manchester City verpflichtet, sein Vertrag in Liverpool unterzeichnete er bis 2021. Doch die erste Spielzeit lief für Duncan bei weitem nicht so wie vorgestellt. Denn das Talent stellte fest, dass er in Liverpool trotz seines Potentials kaum eine Chancen auf den großen Durchbruch habe.


Sein Berater Saif Rubie machte dieser Zustand extrem zu schaffen. In einem nun veröffentlichten Statement warf er dem Top-Klub schwere Vergehen vor. Begonnen hat dies mit dem schlechten Zustand von Duncan und einem möglichen Wechsel in der nächsten Transferperiode.

Bobby Duncan

Duncan wollte den Verein eigentlich verlassen


"Vor einigen Monaten, vor dem Ende der letzten Saison, hatte Bobby ein Treffen mit den Verantwortlichen des Vereins, darunter Akademieleiter Alex Inglethorpe. Dabei wurde anerkannt, dass Bobby in Liverpool aus verschiedenen Gründen nicht glücklich war, und Alex hat uns offeriert, Angebote für einen Wechsel einzuholen". Doch zu einem Wechsel kam es nicht.


"Für einen Spieler ohne Erfahrungen in der ersten Mannschaft, den sie letzten Sommer für 200.000 Pfund bekommen haben, war kein Verein bereit, eine angemessene Summe zu zahlen", so Rubie weiter. Dass die Reds Duncan derart behandelten, ist für seinen Berater absolut unverständlich.


Verhalten der Verantwortlichen soll für psychischen Stress gesorgt haben


Denn Angebote soll es gegeben haben, unter anderem der AC Florenz und der dänische Verein FC Nordsjaelland sollen laut dem Liverpool Echo an Duncan interessiert gewesen sein. Rubie führt weiter aus: "Wir haben mehrere Vereine gefunden, die bereit waren, Bobby für ein Jahr inklusive Kaufoption von 1,5 Mio. Pfund aufwärts zu holen. Das ist keine große Summe für einen Spieler, der nie für die erste Mannschaft Liverpools spielen wird und der gar nicht mehr hier sein will." 


Doch die Reds schienen sich laut dem Berater überhaupt nicht auf einen Wechsel einzulassen. "Aber der Verein und Michael Edwards machten deutlich, dass diese Art von Deal nicht klappen wird." In Folge der Farce drohte Liverpool mit Konsequenzen, in der folgenden U23-Partie gegen den FC Southampton kam Duncan schon gar nicht mehr zum Einsatz. Rubie erläutert, dass dies nur wenig mit den angesprochenen Maßnahmen zu tun hat. 

George Johnston,Morgan Boyes

Die U23 musste gegen Southampton ohne Duncan auskommen


"Der wahre Grund, warum Bobby das Spiel der U23 am Montag verpasst hat, war der tiefgehende psychische Stress, in den ihn der Klub befördert hat. Stress, weil man ihm gesagt hat, dass er gehen kann, um ihn dann zu zwingen, gegen seinen Willen zu bleiben." Doch damit waren seine Vorwürfe gegen den LFC noch nicht komplett.


Duncan soll nach den Gesprächen verstört gewesen sein und soll sein Zimmer "vier Tage nicht verlassen haben und wird nie wieder nach Liverpool zurückkehren. Meine einzige Sorge ist jetzt seine geistige Gesundheit und sein Wohlbefinden." Zusammenfassend bezeichnet Rubie die Vorgänge des Vereins als bewusstes Mobbing.


Duncan hat keine Zukunft beim LFC


"Es ist trauriger Umstand, dass ein Verein wie Liverpool mit Mobbing davonkommen kann und das Leben eines jungen Mannes wie Bobby zerstört." Mit diesen schweren Anschuldigungen stellen Duncan und Rubie den Umgang der Engländer mit Jugendspielern in Frage. Ob die Umstände so nachzuweisen sind, bleibt dagegen offen. Die sportlichen Folgen für den Spieler sind allerdings jetzt schon klar.


Duncan wird nicht mehr nach Liverpool zurückkehren, geschweige denn für den LFC auflaufen. Ob es noch zu einem Transfer kommt ist fraglich, doch nun stehe erst einmal die Gesundheit des Youngsters im Vordergrund. Rubie ist von der Sturheit des Sportdirektors Edwards erbost und hofft, dass keinem weiteren Talent ein solches Schicksal widerfährt.


Der Verein reagierte am Mittwoch zurückhaltend, distanziert sich allerdings von den Vorwürfen. "Der FC Liverpool ist sich der nicht nachgewiesen Kommentare und unbegründeten Behauptungen, die in den Medien über einen unserer Spieler aufgestellt wurden, bewusst und enttäuscht darüber. Wir werden jedoch unsere Bemühungen nicht öffentlich fortsetzen, um eine Lösung im besten Interesse aller Beteiligten zu finden". Ein Ende der Debatte ist also noch nicht in Sicht.