​​Zlatan Ibrahimovic lässt kaum einen Fußball-Fan auf dieser Welt kalt. Die Zahl seiner Anhänger dürfte in etwa paritätisch mit der seiner Gegner sein. Jetzt hat der 37-jährige Schwede wieder einmal aufhorchen lassen - mit einem in den Raum geworfenen Wechsel zurück ins ​Old Trafford


Zugegeben: man weiß bei "Ibra" immer nicht so genau, wie ernst er seine Äußerungen meint. Nach dem Los-Angeles-Derby zwischen "seinen" LA Galaxy und dem LA Football Club (3:3) am vergangenen Montag, stand er jedenfalls in der mixed zone des Bank of California-Stadions und stand den dort versammelten Journalisten Rede und Antwort. Auf die eher hypothetische Frage, ob er sich eine Rückkehr in die englische Premier League vorstellen könne, antwortete der Stürmer gewohnt selbstbewusst: "Ich könnte ohne Probleme in der Premier League spielen. Wenn United mich will - hier bin ich. Aber im Moment bin ich bei Galaxy, von daher - sorry!" 


Klingt irgendwie weder nach Treueschwur in Richtung aktuelle (kalifornische) Heimat, aber auch nicht nach dem typischen "Ich war ein Premier-League-Star. Holt mich hier raus!" Klingt vielmehr nach Zlatan und seiner Selbstverliebtheit. 


United ohne echten Mittelstürmer im Kader


Dass ManUnited durchaus noch Personal in der vordersten Reihe gebrauchen kann, bestätigen die Statistiken des bisherigen Saisonverlaufs - und ein Blick auf den Kader. Aus den drei gespielten Spielen (gegen Chelsea, Wolverhampton und Crystal Palace) holten die Red Devils 4 Punkte, verteilt auf je einen Sieg, ein Unentschieden und eine Niederlage. Dabei erzielten sie 6 Tore. Zwei Tore pro Spiel ist jetzt erstmal kein allzu schlechter Wert. Relativiert wird er aber, wenn man bedenkt, dass vier Tore allein gegen Chelsea, also ausgerechnet den stärksten der drei Rivalen, erzielt wurden. Kurios ist auch, dass die sechs Treffer von drei Spielern, und zu gleichen Teilen, erzielt wurden: Daniel James, Anthony Martial und Marcus Rushford trafen jeweils zweimal. 


Den klassischen Stoßstürmer, wie es Romelu Lukaku bis zu seinem mit kolportierten 65 Millionen Euro versüßten Abschied gen Mailand war, stellen indes alle drei nicht dar. Und auch sonst keiner im aktuellen Manchester United-Kader. Von daher würde eine Rückholaktion des streitbaren Ibrahimovic sportlich durchaus Sinn machen, Alter hin oder her. 


Aus der Aussage Ibras jedoch den Schluss zu ziehen, dass er sich bei seinem ehemaligen Arbeitgeber wieder anbietet, wäre wohl ein wenig voreilig. Zumal auch Ibrahimovic bekannt sein dürfte, dass Manchester United momentan (und bis zum nächsten Winter) gar keinen neuen Spieler holen kann. Selbst wenn sie es wollten. Doch Zlatan hat ja noch andere Ex-Geliebte in Europa. 


Und wenn es bei Ajax, Inter, Juventus, Milan, PSG oder Barcelona demnächst etwas hapern sollte mit dem Tore machen, können wir fest davon ausgehen, dass sich Zlatan wieder zu Wort melden wird. 


Beeindruckende Bilanz einer Weltkarriere:

VereinSpiele​Tore​Vorlagen​
​Paris St. Germain​180156​61​
​Inter Mailand117​66​30​
​Ajax Amsterdam110​48​15​
​Juventus Turin92​26​7​
​AC Mailand85​56​24​
​Manchester United53​​29​10
​Los Angeles Galaxy​49​44​10
​FC Barcelona​46​22​13