​Wenn wir hier in diesem Forum nicht darüber schreiben, würde die Nachricht wohl nur ein paar Hamburger erreichen. Wenn überhaupt. Doch in Zeiten schleichender Erodierung unserer gemeinsamen Werte darf auch ein Vorfall in der fünften Liga (Oberliga Hamburg) nicht unkommentiert bleiben.


Es geht um den Oberligisten​ Barmbek-Uhlenhorst, kurz BU. Da hat übrigens mal ein gewisser ​Andi Brehme seine spätere Weltkarriere gestartet.  


Dessen Fan-Beauftragter (!) war beim Spiel gegen den Meiendorfer SV in der Rückrunde der vergangenen Saison mit einem üblen verbalen Ausfall gegen den Meiendorfer Spieler Kevin Heitbrock aufgefallen ("Du Scheiß-Neger!"). Daraufhin ergab sich zunächst eine Rudelbildung, ehe Schiri Thore Holst das Spiel nach 76 Minuten abbrechen musste. 


Die Reaktionen von Seiten der Verantwortlichen von BU waren klar und deutlich: besagter Fan-Beauftragter wurde aus dem Verein ausgeschlossen und erhielt zudem Stadionverbot. 

Doch alle Stadionverbote nützen nichts, wenn aus dem Klub selbst weiterhin homophobes Gedankengut transportiert wird. 


Und homophob (im Wortsinn "dem Menschen feindlich gegenüber") muss in diesem Zusammenhang nicht zwangsläufig rassistisch bedeuten oder auf die rein sexuelle Komponente beschränkt sein, wie die Bank von BU jetzt auf traurige Art und Weise bestätigt hat. 


Während des Spiels zwischen TuS Dassendorf und BU beleidigten noch nicht komplett identifizierte Personen von der Bank der Barmbeker aus den Dassendorf-Keeper Christian Gruhne als "Schlaganfall-Patienten". Gruhne trägt zur Zeit eine Glatze. Ob rassistisch (wie gegen Meiendorf) oder eine Minderheit (wie kranke, behinderte, sexuell anders als hetero orientierte Menschen) beleidigend: solche Verfehlungen gehören einfach nicht auf den Fußballplatz. 


Unsere Sprache ist Fußball


Ich selber spiele allwöchentlich im Stadtpark mit einem Pool aus bis zu dreißig Gleichgesinnten, die einfach nur Spaß am Fußball haben wollen. Da tummeln sich Afrikaner, Araber, Südamerikaner, Osteuropäer und auch ein paar Deutsche. Unsere Sprache ist Fußball, und unser Geist offen für alle, die friedlich und harmonisch nur eine schöne Zeit miteinander haben wollen. Ab und zu gibt es natürlich auch mal ein paar Diskussionen (Handspiel oder nicht? Foul oder nicht?), doch bislang klappt es mit der Selbstregulierung ganz gut. 


Wann wird es endlich auch der letzte verstehen, dass es nur miteinander gelingen kann? Und dass Beleidigungen, gleich welcher Art und Schwere, und ungeachtet des Motivs, nirgendwo Platz haben sollten. Weder auf den Fußballplätzen noch außerhalb derselben.